Pressespiegel vom 30.01.2025

Inhaltsverzeichnis

Hochschule / Rektorat / Hochschulpolitik

Studentin gefilmt

Radio Essen (Radio) 26.01.2025

Auf einer Uni-Toilette in der Universität Duisburg-Essen wurde offenbar gefilmt. Studentin hat Anzeige gestellt. Jetzt sollen sie auf den Toiletten besser geschützt werden.

60 Jahre Uniorchester Duisburg-Essen

Radio Essen (Radio) 23.01.2025

Anfang Februar feiert das Uni-Orchester der Universität Duisburg-Essen 60. Geburtstag. Radio Essen-Stadtreporter Timm Schröder hat Evi Hett die Gründerin des Uni-Orchester zum Interview getroffen. Das Uniorchester Duisburg-Essen gehört zu den renommiertesten in ganz Deutschland.

Junior Uni Essen startet mit über 100 Angeboten ins neue Semester

LokalKlick (Internet-Publikation) am 30.01.2025

Für junge Entdecker:innen zwischen 6 und 20 Jahren bietet die Junior Uni Essen ab Mitte Februar wieder spannende Themen in fünf Fachbereichen an - von Naturwissenschaften über Technik bis Kunst und Kultur.

Ingenieurwissenschaften

Hamburger Hafen: Digi Tank für sichere Tanklager geht an den Start

Hamburg News Online am 30.01.2025

Beteiligt sind neben Evos auch Schotte Automotive, die Universität Duisburg-Essen, Hafen Hamburg Marketing e.V. und das Ma-co Maritime Competenzcentrum. Unterstützung kommt außerdem von assoziierten Partnern: dem Unabhängigen Tanklagerverband und dem Zentrum für Logistik und Verkehr.

Flüsse und Auen im Zeichen des Klimawandels

NRZ Neue Ruhr Zeitung, Essen (Tageszeitung) vom 30.01.2025, S. 27 ● Auch in: Westdeutsche Allgemeine WAZ Essen

Die Reihe "Natur im Blickfeld" wird am Sonntag, 9. Februar, fortgesetzt. Von 12 bis 13 Uhr referieren Dr. Kathrin Januschke und Dr. Sebastian Birk (Universität Duisburg-Essen) über das Thema "Flüsse im Wandel – zurück zur Natur?" im Bürgermeisterhaus, Heckstraße 105.

Forscher enthüllen: Fluss-Schutzmaßnahmen oft wirkungslos!

Nachrichten AG online am 29.01.2025

In einer internationalen Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Haase von der Universität Duisburg-Essen und Senckenberg, die in Nature Reviews Biology veröffentlicht wurde, wurde die Effektivität von Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt in Flüssen weltweit untersucht.

Feuerwehrleute als Brandstifter: Es geht ihnen um die Show

WAZ Online am 29.01.2025 ● Auch in: NRZ Online

Prof. Dr. Johannes Fuß vom Institut für Forensische Psychiatrie und Sexualforschung der Universität Duisburg-Essen hat als Gutachter schon häufiger mit Brandstiftern zu tun gehabt.

Mehrere Männer der Freiwilligen Feuerwehr festgenommen

WDR WDR Aktuell 21:45 Uhr (TV) 28.01.2025

In Duisburg sind mehrere Männer der Freiwilligen Feuerwehr festgenommen worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie drei Brände gelegt haben. Psychologen kennen das Problem, sie gehen davon aus, dass Brandstifter in Feuerwehren selbst zum Helden werden wollen. Zu diesem Thema hören wir Prof. Dr. Johannes Fuß vom Institut für Forensische Psychiatrie der Uni Duisburg-Essen.

Naturwissenschaften / Medizin

Das Geheimnis ruhiger Nächte

Für Sie (Publikumszeitschrift) vom 29.01.2025, S. 55-60

„Unser Schlaf ist ein komplexer Prozess, der durch verschiedene Ursachen durcheinandergebracht werden kann“, sagt Professor Christoph Schöbel von der Uni Duisburg-Essen. Umfragen unter Berufstätigen ergaben, dass gerade einmal jeder sechste von ihnen sich morgens topfit fühlt.

Präsident der Akademie der Wissenschaften

Ärzte-Zeitung (Fachzeitschrift) vom 30.01.2025, S. 44

Der Facharzt für Physiologie war von 1989 bis 2024 Professor an der Universität Duisburg-Essen und Leiter des Instituts für Pathophysiologie am Universitätsklinikum Essen. Von 2014 bis 2022 war er zudem wissenschaftlicher Vorstand des Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrums in Essen.

Wirtschaftswissenschaften

Generationenwissen

choices online am 30.01.2025 ● Auch in: engels Online • trailer-ruhrgebiet Online

In unseren Interviews diskutiert der Ökonom Achim Truger, wie die Wirtschaftskrise sozial gerecht überwunden werden kann, der Politologe Andreas Hasenclever, wie sich eine künftige Bundesregierung mit Kriegen auseinandersetzen muss und die Politologin Nina Kolleck, wie es um politische Bildung und Orientierung steht.

"Dominierende Haltung: Reform der Schuldenbremse ist nötig"

choices online am 30.01.2025 ● Auch in: engels Online • trailer-ruhrgebiet Online

Teil 1: Interview - Wirtschaftsweise Achim Truger über die Wirtschaftskrise und die Ideen der Parteien

Studie zeigt: Vermögensarme erleiden durch Finanzmarkt jährlich hunderte Euro Verlust

EU-Schwerbehinderung (Internet-Publikation) am 29.01.2025

Die Studie "Der Armutsnachteil" entstand in Zusammenarbeit mit Forscherinnen am Institut für Sozioökonomie der Universität Duisburg-Essen.

Enorme Unterschiede bei Vermögen - «Graben wächst»

Mannheimer Morgen Online am 27.01.2025

Für die Studie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozioökonomie der Universität Duisburg-Essen wurden die Vermögen von Erwachsenen per Umfrage auf Basis des sozio-ökonomischen Panels von 2019 erhoben und analysiert.

Geisteswissenschaften / Gesellschaftswissenschaften / Politikwissenschaften / Bildungswissenschaften

Männer machen den Haushalt meist »gemeinsam« mit ihrer Partnerin – meinen die Männer

SPIEGEL Online, der am 29.01.2025

Zwei von drei Männern denken einer Bertelsmann-Studie zufolge, dass sie Aufgaben zu Hause fair aufteilen. Bloß sagt mehr als die Hälfte aller Frauen: Das meiste bleibe an ihnen hängen. Wer hat recht?

Männer überschätzen Hilfe im Haushalt

Hannoversche Allgemeine Zeitung (Tageszeitung) vom 30.01.2025, S. 32 ● Auch in: Aachener Zeitung Nordkreis • Abendzeitung München vom 30.01.2025, Seite 15 • Acher- und Bühler Bote • Acher-Rench-Zeitung • Achimer Kreisblatt • Achimer Kurier • Ahlener Tageblatt • Aichacher Nachrichten • Aichacher Zeitung • Alfelder Zeitung + 460 weitere Quellen »

Das zeigt eine repräsentative Befragung von 1620 Personen zwischen 18 bis 65 Jahren, die das Institut Arbeit und Qualifikation im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat. Als ein Fazit stellt die Analyse heraus: Männer überschätzen ihren eigenen Beitrag für die Haus- und Sorgearbeit.

Männer überschätzen laut Studie Beitrag zur Hausarbeit 29.01.2025 Der Link wurde in die Zwischenablage kopiert.

Deutschlandfunk Online am 29.01.2025

Einer Studie zufolge schätzen Männer und Frauen den Umfang ihrer Beteiligung an der Hausarbeit sehr unterschiedlich ein. Dies zeigt eine repräsentative Befragung von gut 1.600 Personen, die das Institut Arbeit und Qualifikation im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat.

Umfrage: Frauen unglücklicher mit Aufgabenteilung

Westfalen Blatt Online am 29.01.2025 ● Auch in: Täglicher Anzeiger Holzminden Online

Das zeigt eine repräsentative Befragung von 1620 Personen zwischen 18 bis 65 Jahren, die das Institut Arbeit und Qualifikation im Auftrag der Gütersloher Bertelsmann-Stiftung durchgeführt hat. Als ein Fazit stellt die Analyse heraus: Männer überschätzen ihren eigenen Beitrag für die Haus- und Sorgearbeit.

Studie: Männer tun nicht so viel im Haushalt wie sie denken

WDR Online am 29.01.2025

Eine aktuelle Studie der Universität Duisburg-Essen für die Bertelsmann Stiftung zeigt, dass Frauen und Männer in heterosexuellen Partnerschaften unterschiedlich über die Aufgabenverteilung im Haushalt denken: Mehr als zwei Drittel der Männer (68 Prozent) glauben, dass beide Partner gemeinsam oder meistens gemeinsam für die Aufgaben zuständig sind.

Das bisschen Haushalt - Männer überschätzen ihren Beitrag

BR Online am 29.01.2025

Bei der Einschätzung, wer sich in welchem Umfang für Hausarbeit und Kinderbetreuung einsetzt, fällt das Ergebnis bei Männern und Frauen sehr unterschiedlich aus. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 1.620 Personen zwischen 18 bis 65 Jahren, die das Institut Arbeit und Qualifikation im Auftrag der Bertelsmann Stiftung (externer Link) durchgeführt hat.

Gleichberechtigung im Haushalt? Männer überschätzen sich laut Studie

SWR Online am 29.01.2025

"Die Studie ist der zweite Teil einer Veröffentlichungsreihe des Projekts "Spannungsfeld Vereinbarkeit: Onlinebefragung zur Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit im Paarkontext", das das Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat.

Männer überschätzen ihren Beitrag zur Hausarbeit - ungleiche Verteilung hemmt Erwerbsarbeit von Frauen

Juraforum.de am 29.01.2025 ● Auch in: Bertelsmann Stiftung online • eichsfelder Nachrichten Online • Kyffhäuser Nachrichten • msh-online • nnz-online • Nordthüringen • uhz-online

Die Studie ist der zweite Teil einer Veröffentlichungsreihe des Projekts "Spannungsfeld Vereinbarkeit: Onlinebefragung zur Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit im Paarkontext", das das Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat.

Männer überschätzen ihren Beitrag zur Hausarbeit deutlich

mdr Online am 29.01.2025

Demgegenüber sagen nur knapp 22 Prozent der Männer, dass die Zuständigkeit zumeist bei ihrer Partnerin liegt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Onlinebefragung, die das Institut Arbeit und Qualifikation im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat.

Haushalt, Kinder, Job: Frauen mit Aufteilung unglücklicher

Ihre Vorsorge (Internet-Publikation) am 29.01.2025 ● Auch in: marktspiegel.de • Radio Euroherz Online

Spülen, Kochen, Windeln wechseln, mit den Kleinen zum Kinderarzt gehen: Bei der Einschätzung, wer sich in welchem Umfang für Hausarbeit und Kinderbetreuung einsetzt, fällt das Ergebnis bei Männern und Frauen sehr unterschiedlich aus. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 1.620 Personen zwischen 18 bis 65 Jahren, die das Institut Arbeit und Qualifikation im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat.

Mehr Hausarbeit, weniger Karriere: Warum Frauen mehr leisten als Männer

INGENIEUR.de am 29.01.2025 ● Auch in: VDI-Nachrichten Online

Bei den Männern sagen nur etwa 22 %, dass ihre Partnerin hauptsächlich zuständig ist. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts Arbeit und Qualifikation im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, an der rund 1600 Personen im erwerbsfähigen Alter teilnahmen.

Haushalt, Kinder, Job: Frauen mit Aufteilung unglücklicher

Yahoo! Deutschland (Internet-Publikation) am 30.01.2025 ● Auch in: Cellesche Zeitung Online • DEWEZET Online • Dresdner Neueste Nachrichten Online • Elbe-Jeetzel-Zeitung Online • Gelnhäuser Neue Zeitung online • Göttinger Tageblatt Online • Harke online, Die • HAZ.de Hannoversche Allgemeine Online • KN Kieler Nachrichten Online • Kölnische Rundschau Online + 22 weitere Quellen »

as zeigt eine repräsentative Befragung von 1.620 Personen zwischen 18 bis 65 Jahren, die das Institut Arbeit und Qualifikation im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat. Als ein Fazit stellt die Analyse heraus: Männer überschätzen ihren eigenen Beitrag für die Haus- und Sorgearbeit.

Gefolgsmann der Schamanen

Furche, Die (Wochenzeitung) vom 30.01.2025, S. 6

Der Autor, Hannes B. Mosler, ist Politologe und Ostasienwissenschaftler an der Universität Duisburg-Essen und regelmäßig für Forschungsprojekte in Seoul.

Das Lobby-Netzwerk Friedrich Merz: Wer wählt, muss es kennen

infosperber (Internet-Publikation) am 29.01.2025

Der Politikwissenschaftler und Lobbyismusexperte von der Universität Duisburg-Essen, Maximilian Schiffers, sieht einen schwierigen Rollenwechsel für Merz. «Als Unternehmensanwalt muss er den Gewinn maximieren und Einzelinteressen vertreten - als Kanzler das Gemeinwohl im Blick haben.»

Asyl,- und Einwanderungsrecht

Deutschlandfunk Kultur (Radio) 27.01.2025

Studio 9: Unions-Kanzlerkandidat Merz treibt einen Kurswechsel in der deutschen Asylpolitik voran. Als Reaktion auf die Morde von Aschaffenburg will der CDU-Chef Anträge in den Bundestag einbringen. Dazu äußert sich Karl-Rudolf Korte.von der Universität Duisburg-Essen.

Bestes Hochdeutsch in Hannover

Radio Essen (Radio) 26.01.2025

Wird in Hannover das bester Hochdeutsch gesprochen? Prof. Dr. Melitta Gillmann für Germanistik an der Universität Duisburg-Essen hat in ihrer Forschung den Grund gefunden.

Mathe Projetkt

Radio Essen (Radio) 25.01.2025

Vorankündigung: Die Universität Duisburg-Essen hat eine Projekt bei Grundschüler und Grundlschülerinnen gestartet.

Mathe für schlaue Füchse

Radio Essen (Radio) 25.01.2025

Mathe hat bei einigen Schülern einen schlechten Ruf. Deshalb hat sich die Universität Duisburg-Essen einen Förderkreis für Grundschulkinder unter dem Namen „Mathe für schlaue Füchse“ ins Leben gerufen. Das Angebot richtet sich an Mädchen und Jungen der 3., 4. und 5. Jahrgangsstufe, die sich besonders für Mathematik interessieren, gerne an Problemen tüfteln und Zahlen und Formen lieben.

Nachmittag der offenen Tür & Konzert zum Start ins Schlangenjahr

lokalkompass.de am 29.01.2025

Das Konfuzius-Institut Metropole Ruhr e.V. ist ein gemeinsames Projekt der Universität Duisburg-Essen und der Universität Wuhan.

Lena Lemke wird erste studentische Prorektorin der Universität Rostock!

Nachrichten AG online am 29.01.2025

Ab auf die Insel

trailer-ruhrgebiet Online am 30.01.2025

Die Lesung stellt Fragen zu den Folgen des Tourismus und fragt, wie ein sanfterer Umgang mit den Ressourcen unserer Inseln aussehen könnte. Die Veranstaltung des KWI Essen findet im Rahmen des Jahresthemas 2024/25 "Guilty Pleasures" statt und wird von Laura M. Reiling moderiert.

Artikel

Hochschule / Rektorat / Hochschulpolitik

Radio Essen (Radio) 26.01.2025

Studentin gefilmt

Suchbegriff: Universität Duisburg-Essen

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Auf einer Uni-Toilette in der Universität Duisburg-Essen wurde offenbar gefilmt. Studentin hat Anzeige gestellt. Jetzt sollen sie auf den Toiletten besser geschützt werden.

Radio Essen (Radio) 23.01.2025

60 Jahre Uniorchester Duisburg-Essen

Suchbegriff: Universität Duisburg-Essen

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Anfang Februar feiert das Uni-Orchester der Universität Duisburg-Essen 60. Geburtstag. Radio Essen-Stadtreporter Timm Schröder hat Evi Hett die Gründerin des Uni-Orchester zum Interview getroffen. Das Uniorchester Duisburg-Essen gehört zu den renommiertesten in ganz Deutschland.

LokalKlick (Internet-Publikation) am 30.01.2025

Junior Uni Essen startet mit über 100 Angeboten ins neue Semester

Kinder und Jugendliche entdecken die Welt der Wissenschaft und Kreativität

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Essen. Für junge Entdecker:innen zwischen 6 und 20 Jahren bietet die Junior Uni Essen ab Mitte Februar wieder spannende Themen in fünf Fachbereichen an - von Naturwissenschaften über Technik bis Kunst und Kultur. Ab Sonntag, den 2. Februar um 11:00 Uhr, können sich interessierte Kinder und Jugendliche anmelden - aber Achtung: Die Kurse sind in der Regel schnell ausgebucht.

"Im kommenden Semester knacken wir mit unseren Kursen gleich zum Anmeldestart die 100ter Marke", freut sich Junior Uni Geschäftsführerin Anna Frohn. "Das ist ein toller Erfolg für die noch junge Junior Uni und zeigt, wir werden angenommen, wir werden gebraucht und wir sind für alle da."

Hauptsponsor Westenergie - bewährter Partner, spannende Themen

Wie bereits in den vorangehenden Semestern ist Westenergie auch in dieser Runde wieder der Hauptsponsor. In Zusammenarbeit mit dem Energieversorgungsunternehmen werden acht spannende Kurse angeboten, darunter die beliebten Workshops "City-Mobil" und "Baue und programmiere ein selbstfahrende E-Modellauto". Diese Kurse bieten den Studis gute erste Einblicke in die Welt der Technologie.

Handwerk erleben - in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft

Schon gut erprobt ist die Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft Essen, die den Studis exklusive Einblicke in verschiedene Werkstätten bietet: in der Schreinerei geht es um Holzverarbeitung, in der Malerwerkstatt um Farben und Lacke und in der Elektrowerkstatt um Elektroinstallation. Der beliebte Kurs "Backen lernen wie in der Konditorei" wird gleich dreimal angeboten.

Neues aus der Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen

Zwei brandneue Kurse für angehende Wissenschaftler:innen gibt es in diesem Semester in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen: "Was steckt in deinem Drink?" und "Entdecke die Anatomie des menschlichen Körpers". Beide bieten spannende Einblicke in die Welt der Chemie und Biologie.

Zudem gibt es vier Kurse speziell für Mädchen, darunter "3D-Druck", "Physik zum Anfassen - Kräfte in Aktion", "Physik zum Anfassen - Die Welt des Wassers" sowie "Physik zum Anfassen - Die Magie des Lichts".

Osterferienkurse - Langeweile war gestern

In den Osterferien warten 14 tolle Kurse auf die Studis. Die Themen reichen von Technik und Architektur über Kunst bis hin zu Radio und Podcasting. Neu im Programm ist die "Innovations-Werkstatt - mit KI zu neuen Ideen" für Jugendliche. In Kooperation mit der "großen" Universität Duisburg-Essen werden "Fließgewässer erforscht", ein Kurs über Biologie, Chemie und ganz viel dazwischen, passend für alle Neugierigen zwischen 12 und 16 Jahren.

Glück: Ein Experiment, das den Weg zum Wohlbefinden erforscht

Das Experiment "Glück", gefördert durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, startet in die zweite Runde. Hier gehen die jungen Forscher:innen der Frage nach, was Glück ausmacht und erkunden, wie es sich teilen lässt. In kreativen Workshops und Experimenten lernen Kinder und Jugendliche, wie sie das "Glück" in ihrem Leben bewusst erleben und weitergeben können.

Mehr als nur eine Sprache

In interkulturellen Kursen wie "Baguette, Croissa nt, Paris?" (Französisch entdecken) und "Döner, Börek und Istanbul?" (Türkisch lernen) können Kinder und Jugendliche die Vielfalt und Schönheit verschiedener Kulturen kennenlernen. Daneben bietet der Kurs "Bunte Kulturen - Kunst aus aller Welt" eine kreative Entdeckungsreise durch die Welt der Kunst.

Netzwerk-Challenge: Wir bauen ein Junior Uni-Mobil

Eine Junior Uni gibt es nicht nur in Essen, sondern auch in Wuppertal, Mülheim an der Ruhr, Mönchengladbach und Daun in der Eifel. Bei der diesjährigen "Netzwerk-Challenge der Junior Unis" entwerfen und bauen Kinder im Alter von 7 bis 10 Jahren ihre Vision eines nachhaltigen Fortbewegungsmittels - eines Mobils für die Zukunft. "Das ist ein innovatives Projekt, das Kreativität und Teamgeist fördert und auf das wir gespannt sind", freut sich Fachkoordinatorin Birgit Günster. "Wir sind neugierig, welche Ideen entstehen und umgesetzt werden."

Anmeldung - Schnell sein lohnt sich.

Anmeldestart: 2. Februar 2025, 11:00 Uhr

Details zu allen Angeboten, den Terminen und Kursgebühren
unter: www.junioruni-essen.de

Junior Uni Essen

Die Junior Uni Essen bietet außerschulische Angebote im gesamten Essener Stadtgebiet für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von sechs bis 20 Jahren.

Unter www.junioruni-essen.de/kurse sind alle Angebote einsehbar und buchbar. Es gibt ein oder auch mehrtägige Kurse.

Die Kursgebühren reichen von 3 bis zu 10 Euro. Bei Bedarf können die Kursgebühren über das Bildungs- und Teilhabepaket des Jobcenters finanziert werden oder es springen Lernpat:innen ein.

Die Junior Uni Essen ist eine gemeinnützige Initiative der Stadt Essen und
der EWG - Essener Wirtschafsförderungsgesellschaft mbH. Als innovativer, außerschulischer Lernort bietet sie Kurse zum gemeinsamen Forschen, Gestalten und Experimentieren in vielfältigen Themenbereichen. Sie steht jedem offen, Voraussetzungen für die Teilnahme - außer Neugierde - gibt es keine.

Ingenieurwissenschaften

Hamburg News Online am 30.01.2025

Hamburger Hafen: Digi Tank für sichere Tanklager geht an den Start

Digitale Zwillinge sollen Sicherheit und Umweltfreundlichkeit von Tanklagern verbessern. Projekt erhält Förderung in Höhe von drei Millionen Euro

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Die Lagerung und der Umschlag flüssiger und gasförmiger Güter sollen sicherer und nachhaltiger werden. Genau das hat sich das Projekt Digi Tank zum Ziel gesetzt, das kürzlich in eine vierjährige Testphase gestartet ist. Das Energie-Tanklager Evos Hamburg, das am Hamburger Hafen Mineralölprodukte lagert, ist dabei zentraler Partner. Unterstützt wird das Projekt durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr, das im Rahmen des Förderprogramms Innovative Hafentechnologien (IHATEC II) knapp drei Millionen Euro der insgesamt rund vier Millionen Euro Investition bereitstellt.

Digitale Zwillinge als Herzstück des Projekts

"Unser Fokus liegt auf der Kombination aus modernster Technologie , wie digitalen Zwillingen und künstlicher Intelliganz (KI), mit einer starken Ausrichtung auf Sicherheit, Nachhaltigkeit und menschenzentrierten Arbeitsbedingungen", erklärt Evos-Geschäftsführer Michael Lübke. Kern des Projekts ist dabei die Entwicklung eines digitalen Zwillings für Tanklager . Ergänzt wird dieser durch einen Leitstand und mobile Überwachungssysteme, die eine Optimierung der Lagerprozesse in Echtzeit ermöglichen sollen. "So gestalten wir nicht nur die Zukunft der Logistik, sondern stärken Hamburg als Innovationsstandort", betont Lübke. Beteiligt sind neben Evos auch Schotte Automotive, die Universität Duisburg-Essen, Hafen Hamburg Marketing e.V. und das Ma-co Maritime Competenzcentrum. Unterstützung kommt außerdem von assoziierten Partnern: dem Unabhängigen Tanklagerverband und dem Zentrum für Logistik und Verkehr.

Digi Tank: Sicherer und nachhaltiger Hafenbetrieb im Fokus

Moderne Technologien sollen dazu beitragen, Umweltschäden und Sicherheitsrisiken zu minimieren. Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard betont die Bedeutung des Hamburger Hafens für die Energieversorgung weit über die Metropolregion hinaus. Um diese Aufgabe sicher und effizient ausführen zu können, müsse sich der Hafen mit modernen Prozessen zukunftsfest aufstellen. Darüber hinaus sollen Digitalisierung und Automatisierung die Arbeit in den Tanklagern erleichtern und attraktiver machen. Dies könnte langfristig den Fachkräftemangel in der Branche mildern und den Arbeitsplatz Hafen stärken.
fw/kk

NRZ Neue Ruhr Zeitung, Essen (Tageszeitung) vom 30.01.2025, S. 27

Flüsse und Auen im Zeichen des Klimawandels

Vortrag in der Reihe "Natur im Blickfeld" im Bürgermeisterhaus

Werden Die Reihe "Natur im Blickfeld" wird am Sonntag, 9. Februar, fortgesetzt. Von 12 bis 13 Uhr referieren Dr. Kathrin Januschke und Dr. Sebastian Birk (Universität Duisburg-Essen) über das Thema "Flüsse im Wandel – zurück zur Natur?" im Bürgermeisterhaus, Heckstraße 105.

Die Nutzung von Flüssen und Auen, z.B. durch die Schifffahrt und die Landwirtschaft, hat seit Menschengedenken zunehmend zum Verlust der Artenvielfalt geführt. Durch politische Rahmenprogramme und Richtlinien finden europa-, bundesweit und auch lokal im Ruhrgebiet jedoch zunehmend vielfältige Renaturierungsmaßnahmen statt. Kathrin Januschke und Sebastian Birk von der Abteilung Aquatische Ökologie der Universität beschäftigen sich seit mehr als 20 Jahren mit der Thematik und gehen in dem reich bebilderten Vortrag u.a. folgenden Fragen nach: Wie sehen natürliche Flüsse und Auen aus und wie ist der Zustand unserer Flüsse aktuell? Welche Tier- und Pflanzenarten findet man (nur) dort? Welche Lösungsansätze, auch im Hinblick auf Hochwasserschutz, Klimawandel und Dürreresistenz sind auf europäischer Ebene möglich?

Eintritt: zehn Euro und fünf Euro ermäßigt. Reservierung: 0201 49 32 86 , www.buergermeisterhaus.de.

Nachrichten AG online am 29.01.2025

Forscher enthüllen: Fluss-Schutzmaßnahmen oft wirkungslos!

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Vorfall Umwelt Ort Ostasien, Europa, Nordamerika Ursache Menschliche Eingriffe, Abwasser, Dünger, Wasserentnahme, Flussbegradigungen

In einer internationalen Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Haase von der Universität Duisburg-Essen und Senckenberg, die in Nature Reviews Biology veröffentlicht wurde, wurde die Effektivität von Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt in Flüssen weltweit untersucht. Diese umfassende Analyse zeigt, dass menschliche Eingriffe in etwa 50% der Flüsse weltweit erheblichen Schaden angerichtet haben. Zwar wurden Gesetze wie der "Clean Water Act" in den USA und die EU-Wasserrahmenrichtlinie eingeführt, um die Belastungen durch Abwasser, Dünger und Wasserentnahmen zu mindern, doch die Ergebnisse der Studie belegen, dass viele dieser Schutzmaßnahmen nur geringe Verbesserungen der Biodiversität erzielten.

Die Forschung umfasste die Auswertung von 7.195 Projekten in 26 Regionen. Dabei wurde festgestellt, dass 88% der Megafauna in Flüssen, darunter Flussdelfine, Schildkröten und Störe, vom Aussterben bedroht sind. Geringe Verbesserungen der Biodiversität sind häufig auf die verbleibenden Belastungen durch menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, plädiert die Studie für eine kontinuierliche Überwachung der Schutzmaßnahmen und die Einbindung aller relevanten Akteure, wobei die "Koproduktion" zwischen Forschung, Politik und lokalen Gemeinschaften als Schlüssel für den Erfolg hervorgehoben wird.

Renaturierung als strategische Maßnahme

Renaturierung spielt eine entscheidende Rolle im Gewässerschutz und der Wiederherstellung der biologischen Vielfalt. Eine Informationsplattform liefert Beispiele erfolgreicher Renaturierungsprojekte, die praktische Ansätze für die Wiederbelebung von Gewässerökosystemen aufzeigen. Dazu gehören Maßnahmen wie die Kooperation mit der Landwirtschaft zur Revitalisierung von Auen und die Schaffung naturnaher Hochwasserschutzsysteme. Ein solches Projekt ist beispielsweise die Kooperation in der Hase, die kommunale Kosten teilt, um gemeinsam an der Renaturierung der Gewässer zu arbeiten. Die Plattform ermutigt zur Planung und Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen, die sowohl ökologische als auch soziale Ziele verfolgen.

Zusätzlich wird im Kontext des Klimawandels auf die Notwendigkeit hingewiesen, Maßnahmen zur Anpassung zu ergreifen. Hitzesommer und Starkregenereignisse haben in jüngster Zeit zu Dürreperioden und Hochwasserkatastrophen geführt. Es besteht ein wachsender Bedarf an einem integrierten Ansatz für den Gewässerschutz, der sowohl Renaturierungs- als auch Klimaanpassungsstrategien umfasst. Die Herausforderungen für die Süßwasserökosysteme sind vielfältig, weshalb der Zustand der Gewässer und die Wasserwirtschaft zunehmend in den Fokus rücken. Auch hierfür gibt es zahlreiche lesenswerte Empfehlungen, die die Themen Wasserspeicherung und Renaturierung beleuchten, darunter Werke wie "Aufbäumen gegen die Dürre" und "Flussnatur".

Fazit und Ausblick

Die aktuelle Forschung und die Projektbeispiele zeigen, dass eine effektive Gewässerrenaturierung vielschichtige Ansätze erfordert. Die Einbindung von lokalen Gemeinschaften und Experten spielt dabei eine wesentliche Rolle, um nachhaltige Lösungen zu finden, die den ökologischen Herausforderungen gerecht werden. Nur durch einen fundierten Austausch von Wissen und durch die gemeinsame Entwicklung von Lösungen können die bisherigen Defizite in der Biodiversität wirksam angegangen werden.

Angesichts der klimatischen Veränderungen ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir diesen Prozess kontinuierlich überwachen und adaptiv gestalten. Die Kombination aus wissenschaftlichem Verständnis und lokalem Engagement dürfte der Schlüssel zum langfristigen Schutz der Flussbiotope und der Erhaltung ihrer Biodiversität sein. Weitere Informationen zu Renaturierungsprojekten und deren Erfolgskontrollen sind auf der Plattform von Ecologic zu finden, wo Details zur Erhebung und Auswertung von Projektbeispielen gesammelt werden.

Abschließend beleuchtet Oekom die Herausforderungen, die Gewässer im Klimawandel zu bewältigen haben, und empfiehlt eine Vielzahl an weiterführenden Literaturtipps zu den Themen Klimawandel, Renaturierung und Gewässerschutz, die für Fachleute sowie Interessierte von großem Wert sein dürften.

WAZ Online am 29.01.2025

Feuerwehrleute als Brandstifter: Es geht ihnen um die Show

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Duisburg. Vier Duisburger Feuerwehrleute sitzen wegen des Verdachts auf Brandstiftung in U-Haft. Warum werden Retter zu Brandstiftern? Was Experten sagen.

Aktuell sitzen vier Feuerwehrleute in Untersuchungshaft, weil sie verdächtigt werden, mehrere Brände in Duisburg selbst gelegt zu haben. Der Fall geht wie eine Schockwelle durch die Feuerwehr, aber auch durch die Bevölkerung. Viele fragen sich: Wie kann das sein, sind das alles Pyromanen?

Prof. Dr. Johannes Fuß vom Institut für Forensische Psychiatrie und Sexualforschung der Universität Duisburg-Essen hat als Gutachter schon häufiger mit Brandstiftern zu tun gehabt. Dass eine ganze Gruppe von Menschen pyroman ist, sei wenig wahrscheinlich. "Pyromanie ist eine psychische Erkrankung, die extrem selten vorkommt." Sie zeichnet sich laut Fuß dadurch aus, dass Betroffene einen starken inneren Druck verspüren, der sich nur lösen lässt, wenn sie ein Feuer legen.

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Dass auch unter Feuerwehrleuten Brandstifter zu finden sind, habe oft eher mit einer Sehnsucht nach Heldentum zu tun. Wenn es monatelang keine Einsätze gab und jemand dann selbst einen Brand entfacht, um etwas löschen zu können, habe das eher nichts mit einer psychischen Erkrankung zu tun.

Prof. Johannes Fuß vom Institut für Forensische Psychiatrie und Sexualforschung der Universität Duisburg-Essen hat schon häufiger Brandstifter begutachtet. © Frank Preuss

Häufigere Motive für Brandstiftung seien Rache, Versicherungsbetrug, Vandalismus oder das Verschleiern von Straftaten. Es gehöre eine gewisse soziale Unverfrorenheit dazu, weil durch ein Feuer "richtig was passieren kann", sagt Fuß. Sollten die tatverdächtigen Feuerwehrleute zu viert eine Brandstiftung geplant haben, dann würde dazu auch eine gewisse kriminelle Energie gehören. Dies könne beispielsweise mit einer Dissozialität, also einer Missachtung sozialer Normen für den eigenen Vorteil, im Zusammenhang stehen.

Auch ein sexueller Hintergrund sei grundsätzlich bei mutwilligem Zündeln denkbar. "In Fallberichten wird geschildert, dass Brandstifter eine intensive sexuelle Erregung beim Löschen oder auch nur beim Anblick eines Brandes verspüren", sagt der Forensiker. Das sei aber extrem selten. Häufiger gehe es darum, gesehen zu werden, "es ist eine Sehnsucht nach Geltung".

Wie häufig Feuerwehrleute zu Brandstiftern werden, kann der Wissenschaftler aufgrund fehlender aktueller Daten nicht sagen. Eine Studie in den USA ermittelte 100 Fälle pro Jahr in ganz Amerika. Weil die Berichterstattung in solchen Fällen sehr ausführlich ist, entsteht eine gewisse Verzerrung in der öffentlichen Wahrnehmung, so Fuß. Nicht zuletzt, weil der Kontrast so groß ist: "Die Feuerwehr wird üblicherweise mit Rettung assoziiert, mit einer ursozialen Haltung, und dann ist da plötzlich jemand, dem es um die Show geht."

Ein Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Kriminologie der Ruhruniversität Bochum untersuchte 2009 die Häufigkeit von Brandlegungen durch Feuerwehrangehörige. Der Brandschutzexperte Frank D. Stolt schätzt darin auf Basis von Gerichtsurteilen, dass in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr rund 3000 Brandstifter zu finden seien, die meisten seien männlich und unter 25 Jahre alt. Bei 1,3 Millionen aktiven Mitglieder wäre das ein Anteil von 0,23 Prozent. Als Motiv nennt er den Drang nach sozialer Anerkennung und das Erreichen eines "Kicks" bei Einsätzen sowie Sensationsdrang.

Der Deutsche Fachverband der Feuerwehren erklärt indes, dass nur 0,03 Prozent aller Brandstiftungen auf Feuerwehrleute zurückzuführen seien. Nur gemessen an den Zahlen "sind Brandstifter bei der Freiwilligen Feuerwehr kein wirkliches Problem ", so Stolt in einem Interview vor einigen Jahren. "Allerdings ist die Wirkung nach außen für die betroffenen Feuerwehren oft verheerend."

So berichten wir über die Beurlaubung des Duisburger Feuerwehrchefs:

Das betont auch Professor Fuß: Durch so ein Ereignis gerate die ganze Feuerwehr unter Generalverdacht, dabei sei die Tätigkeit generell "sehr sozial". Auch ihm ist wichtig zu betonen, dass das Phänomen "wirklich selten" ist.

Sowohl zur Aufarbeitung als auch zur Prävention sei es wichtig, offen mit dem Ereignis umzugehen. Der Wissenschaftler empfiehlt, das Thema Brandstiftung auch als Teil der Ausbildung zu begreifen. Wer sich nach Nervenkitzel sehnt, wer spürt, dass der Druck steigt, der könne sich in einer offenen Umgebung vielleicht einfacher melden, damit man einen Weg des Umgangs damit findet.

WDR WDR Aktuell 21:45 Uhr (TV) 28.01.2025

Mehrere Männer der Freiwilligen Feuerwehr festgenommen

Suchbegriff: Universität Duisburg-Essen

Zur Wiedergabe des Ausschnitts bitte hier klicken.

WDR Köln: In Duisburg sind mehrere Männer der Freiwilligen Feuerwehr festgenommen worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie drei Brände gelegt haben. Psychologen kennen das Problem, sie gehen davon aus, dass Brandstifter in Feuerwehren selbst zum Helden werden wollen. Zu diesem Thema hören wir Prof. Dr. Johannes Fuß vom Institut für Forensische Psychiatrie der Uni Duisburg-Essen.

Naturwissenschaften / Medizin

Für Sie (Publikumszeitschrift) vom 29.01.2025, S. 55-60

Das Geheimnis ruhiger Nächte

Easy einschlummern, durchschlafen,

CHECK -UP erholt aufwachen! Das Geheimnis ruhiger Nächte Guter Schlaf ist nicht nur Erholung: Er ist essenziell für unserere Gesundheit. Doch gerade Frauen schlafen mit den Jahren schlechter. So wird die Nacht zu unserem Freund FÜR SIE 4/2025 55 CHECK -UP S ind Sie heute morgen erholt aufgewacht? Wenn Sie dieses Thema interessiert, geht es Ihnen möglicherweise wie rund 80 Prozent der Deutschen. So unglaublich viele sind es, die mehr oder weniger oft schlecht schlafen. Von Insomnie sprechen Mediziner, wenn an den meisten Tagen der Woche für mehr als drei Monate die Nachtruhe gestört ist. Diese Szenarien kennen Betroffene wohl alle: Wir können nicht einschlafen, obwohl wir eigentlich todmüde sind. Oder wir schlafen ein wie ein Stein und wachen nur ein, zwei Stunden später wieder auf, wälzen uns stundenlang in den Laken, um dann, kurz bevor der Wecker klingelt, in gefühlten Tiefschlaf zu fallen! Fragt sich: Was ist es, das uns den Schlaf raubt? Und was können wir tun, damit endlich wieder himmlische Ruhe herrscht in unserem Bett? Um es vorwegzunehmen: Eine Pau schallösung gibt es nicht. „Unser Schlaf ist ein komplexer Prozess, der durch verschiedene Ursachen durcheinandergebracht werden kann“, sagt Professor Christoph Schöbel von der Uni Duisburg-Essen. Umfragen unter Berufstätigen ergaben, dass gerade einmal jeder sechste von ihnen sich morgens topfit fühlt. Doch was ist es, das uns den Schlaf raubt?

KÖRPERLICHE URSACHEN

„Erster Schritt auf der Suche nach den Auslösern nächtlicher Störungen ist eine sorgfältige Anamnese, in der körperliche Ursachen ausgeschlossen werden, etwa Schlaf-Apnoe, also Atemaussetzer, Beruhigende Helfer für gute Nächte JE MEHR wir uns über die Schlaflosigkeit ärgern, desto unruhiger werden wir. Statt uns also hin- und herzuwälzen, sollten wir lieber aufstehen und aufschreiben, welche Sorgen uns bewegen, damit wir sie loslassen können. Das ist auch wichtig, wenn es darum geht, die Ursachen zu finden. „Mindestens zwei Wochen sollte man ein Schlaftagebuch führen und notieren, was gegessen, erlebt und gemacht wurde“, empfiehlt Professor Schöbel. Dabei können auch SCHLAF-APPS wie „Somnio“ helfen, die unseren Schlummer analysieren oder sogar Online-Schlaftrainings anbieten. Wer länger als drei Monate unter Schlafstörungen leidet, sollte aber auf jeden Fall zum Arzt gehen. Auch ein schöner Kissenduft, Lesen oder ein Fußbad können beim Wiedereinschlafen helfen. Schlaffördernd wirken außerdem hochdosiertes Magnesium, denn es entpannt die Muskeln (z.B. „Biolectra“), Passionsblume (z.B. in „Lioran“), Hopfen und LAVENDEL (z.B. in „Lasea“). Lavendel hilft außerdem, den Stresspegel runterzufahren und die Nerven zu stärken. Beim Einschlafen kann Melatonin helfen (z.B. in „Oyono“). Dazu bewährt haben sich Abendrituale, etwa Atemübungen, Meditationen oder ein Tee mit schlaffördenden Kräutern wie Melisse, Passionsblume und Baldrian (z.B. in Salus „Gutnacht“). Und wie sieht es mit Medikamenten aus? „Frei verkäufliche Präparate machen zwar nicht körperlich abhängig, aber können das psychisch tun. In Ausnahmesituationen ist es okay, sie ein, zwei Wochen zu nehmen, aber lieber nicht auf Dauer“, sagt Professor Schöbel. 56 FÜR SIE 4/2025 70-80% DER DEUTSCHEN BRAUCHEN SIEBEN BIS ACHT STUNDEN SCHLAF, UM LANGFRISTIG GESUND UND FIT ZU SEIN. NUR ZEHN PROZENT KOMMEN MIT FÜNF BIS SECHS STUNDEN AUS Quelle: statista.de Restless-Legs-Syndrom, das sind unruhige Beinbewegungen, Probleme mit Magen, Darm, Niere, Leber, dazu Medikamente und hormonelle Störungen, vor allem Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse“, sagt Professor Schöbel. Auch Schnarchen, Lärm und elektronische Geräte können den Schlaf stören. Einer der Hauptfaktoren ist allerdings kein körperlicher, sondern Stress. Private und berufliche Belastungen setzen das Gedankenkarussell in Gang und halten den Schlaf fern, oft auch aus dem Stress resultierende psychische Probleme wie Ängste, Burn-out oder Depressionen. Etwa die Hälfte aller Schlafstörungen hat hier ihre Ursache. SCHLAFRÄUBER STRESS „Ich stehe ständig unter Strom“, „Mein Kopfkino macht niemals Pause“, „Das Gedankenkarussell dreht sich immer schneller“ - solche Aussagen beschreiben, unter welcher Belastung viele Menschen täglich leiden. Und das liegt daran, dass die vielen Reize, die über die Nervenbahnen in das Gehirn gelangen, von den dort ansässigen Nervenzellen nicht mehr ausreichend sondiert werden können. Die „Kommunikationszentrale“ wird wortwörtlich überlastet. Gründe dafür gibt es viele. Ob Dauerbelastung, Schicksalsschläge, finanzielle Sorgen oder ständig auf uns einprasselnde negative Schlagzeilen - all dies kann die Reizverarbeitung überlasten. Wenn dann die Ablenkung des Tages nachlässt und abends Ruhe einkehren sollte, nehmen kreisende Gedanken an Fahrt auf. Innere Unruhe oder sogar Angstgefühle entstehen. WICHTIG FÜR DIE GESUNDHEIT Aber selbst wenn der akute Stress irgendwann wegfällt, bleibt das Problem oft, weil ein Teufelskreis aus schlechtem Schlaf, Übermüdung, Angst und Hoffnung bezüglich der nächsten Nacht dafür sorgt, dass der Schlaf ein Riesenthema wird und sich die Störung regelrecht ins Gehirn brennt. Fatal für unsere Gesundheit, denn im Schlaf finden wichtige Reparaturprozesse statt. In der Tiefschlafphase produzieren Zellen die meisten Wachstumshormone, die für Knochenund Muskelaufbau sorgen. Die Immunabwehr ist wach und kämpft, Giftstoffe werden nachts viel besser abtransportiert, Hormone steuern wichtige Prozesse im Körper, Nervensystem und Gehirn knüpfen und erweitern ihre neuronalen Netzte. Sind diese Prozesse gestört, gibt es kaum einen Gesundheitsbereich, der nicht betroffen ist. CHECK-UP UNSER EXPERTIN INTERVIEW Dr. med. Stefanie Schultze-Mosgau ist Fachärztin für Gynäkologie mit Praxis in Hamburg und Mitglied bei Deutsche Menopause Gesellschaft ,Schlafprobleme sind ein Haupt-Symptom der Wechseljahre“ ren leiden besonders häufig unter Schlafstörungen. Fatal, denn langfristig trägt schlechter Schlaf zu verschiedensten Erkrankungen bei: Herzerkrankungen, einem erhöhten Risiko für eine koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck, Schlaganfall, Übergewicht, Diabetes, Depression, geschwächter Immunabwehr sowie einer erhöhten Sterblichkeit. Studien deuten außerdem auf ein möglicherweise erhöhtes Demenzrisiko durch eine kurze Schlafdauer in der Lebensmitte hin. Warum das so ist und was wichtig ist für guten Schlaf, erklärt die Frauenärztin Dr. med. Stefanie Schultze-Mosgau. Warum wird der Schlaf mi

zunehmendem Alter schlechter? Das liegt unter anderem an einer Veränderung der Hormonspiegel. Oft schon sieben bis zehn Jahre vor der Menopause beginnen zunächst die Progesteron -, dann die Östrogenspiegel zu sinken. Sie sinken allerdings nicht linear, sondern allmählich. In den letzten Jahren vor dem Eintritt in die Menopause, also dem Zeitpunkt der letzen Regelblutung im Leben einer Frau, kommt es dann oft zu plötzlichen starken hormonellen Schwankungen. Der Eierstock versucht quasi noch einmal alles zu geben, bevor er seine Funktion endgültig aufgibt. Diese extremen Hormonschwankungen führen oft zu starkem Stress im weiblichen Körper. Genau in dieser Phase treten besonders häufig Schlafschwierigkeiten und „Nachts sind alle Sorgen noch viel größer“ Stimmungsveränderungen auf, oft kombiniert mit nächtlichen Hitzewallungen und Herzrasen. Wie hängen Hormone und Schlaf denn zusammen? Die Sexualhormone Östrogen und Progesteron haben wesentliche 58 FÜR SIE 4/2025 Auswirkungen auf den Schlaf. Progesteron hat eine beruhigende Wirkung. Ein Mangel kann zu Ein- und Durchschlafstörungen führen. Für die Wechseljahre ist eher die Durchschlafstörung typisch. Man ist um zwei, drei, vier Uhr morgens wach, kann nicht mehr einschlafen. Kommen dann mit sinkenden Östrogenspiegeln auch noch Hitzewallungen und Schweißausbrüche dazu, fördert das den Schlaf natürlich auch nicht gerade. Unser ganzer Schlafrhythmus ändert sich in dieser Phase. Warum ist das konkret so? Da ist noch ein Hormon im Spiel: Das Schlafhormon Melatonin sorgt dafür, dass wir gut und tief schlafen, Kinder und Teenies haben einen super Schlaf. In der Pubertät verschiebt sich der Rhythmus nach hinten, sie schlafen später ein, werden später wach. Wenn wir älter werden, verändert sich jedoch die Melatoninausschüttung. Inwiefern?

Das Hormon wird in der Zirbeldrüse gebildet. Die verkalkt mit den Jahren, so dass immer weniger Melatonin gebildet wird. Wieder verändert sich der Schlafrhythmus, wir gehen rund eine Stunde früher ins Bett, wachen aber früher auf. Auch die Schlafqualität ändert sich, man wacht leichter auf.

... und liegt oft stundenlang wach und grübelt. Warum scheinen nachts Probleme noch viel größer? Das Aufwachen in dieser Zeit hängt mit unserem Hormonspiegel zusammen, mit dem Zusammenspiel aus Melatonin, Serotonin und Cortisol. Unter anderem ist der Serotonin-Spiegel, unser Glückshormon, um diese Uhrzeit sehr niedrig, was uns anfälliger für negative Gefühle macht. „Mit dem Alter brauchen wir mehr Tageslicht“ Gibt es eine SOS-Übung, die hilft, wieder einzuschlafen? Oft helfen Atemübungen, etwa „4-7-8“, bei denen man länger aus- als einatmet. Oder Yoga und Meditation. Hilfreich ist auch, Sorgen aufzuschreiben. Auch Licht spielt eine wichtige Rolle. Was hat es damit auf sich? CHECK-UP Durch Augenlinse und Netzhaut fällt wegen altersbedingter Veränderungen des Auges immer weniger Tageslicht ein - die Differenz von Tag und Nacht ist geringer. Was bedeutet das für den Schlaf? Melatonin steigt eigentlich erst abends an, wenn es dunkel ist. Wenn wir das Licht ausmachen, kommt nach 90 Minuten der Peak, der uns müde macht. Wenn wir dann abends noch das Licht anhaben oder uns Blaulicht von Tablets und Smarphones bescheint, funkioniert das nicht. Auch nicht, wenn wir tagsüber viel drinnen sind. Denn bei künstlichem Licht haben wir, wenn es hoch kommt, nur rund 500 Lux. Draußen sind es tagsüber hingegen rund 10 000 Lux, selbst an trüben Tagen. Ältere Menschen brauchen mindestens 2000 Lux, damit das Melatonin system funktioniert.

Also raus ans Licht?

Ja, am besten in Kombination mit Bewegung. Die ist umso wichtiger, weil sie Stress reduziert, der ja eine große Rolle spielt bei Schlafproblemen. Und mit den Wechseljahren werden wir auch stressanfälliger Auch eine Tageslichtlampe hilft am besten morgens

Hilft auch ein Abendspaziergang? Der ist sehr gut, weil er den Stressspiegel senkt, ersetzt aber regelmäßigen Sport nicht. Und wie bekommt man die hormonbedingten Schlafstörungen in den Griff? Eine Hormonersatztherapie (HRT) mit bioidentischen Hormonen, transdermalem Estradiol und Progesteron in Form von Kapseln, kann helfen. Voraussetzung ist, dass man damit rechtzeitig beginnt. Hitzewallungen lassen sich in der Regel sehr rasch und effizient behandeln. Auch bei Schlaf-Apnoe spielen Hormone eine Rolle. Sinkt 60 FÜR SIE 4/2025 das Progesteron, wird die Rachenmuskulatur schlaffer, und es kann zu Atemaussetzern kommen.

Und wenn man trotz der HRT

schlecht schläft? Hormone sind wichtig, aber auch nicht die Antwort auf alles. Umso wichtiger ist eine genaue Anamnese und Ursachenforschung. Also fragen: Seit wann ist das so? Schlafe ich schon immer schlecht? Eventuell helfen auch Untersuchungen im Schlaflabor. Es gibt so viele Stellschrauben, die unseren Schlaf beeinflussen. Welche zum Beispiel noch? Vielleicht ist es das Glas Wein, die Ernährung oder es sind Probleme und Ängste, die mich wachhalten. Gerade in dieser Lebensphase passiert so viel im Leben von Frauen, beruflich und privat. Wie sinnvoll sind Schlaf-Tracker? Das ist eine Typ-Frage. Man sieht damit genau: Wie lange war die Tiefschlafphase, oder wird aufgefordert, Schlaf nachzuholen. Aber potenziell verursachen sie eher noch mehr Stress, weil man sich dadurch möglicherweise zusätzlich unter Druck setzt. Man sollte Sie nur nutzen, wenn man das umgehen kann. INTERVIEW GABRIELE RICKE Fotos: Lumina(4)/Tatjana Zlatkovic/Stocksy United, Getty Image Getty Images, privat; Text: Gabriele Ric

Ärzte-Zeitung (Fachzeitschrift) vom 30.01.2025, S. 44

Präsident der Akademie der Wissenschaften

Professor Gerd Heusch ist zum Präsidenten der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste gewählt worden. Der 69-jährige Mediziner folgt auf die Münsteraner Architektin Professorin Julia Bolles-Wilson.

Der Facharzt für Physiologie war von 1989 bis 2024 Professor an der Universität Duisburg-Essen und Leiter des Instituts für Pathophysiologie am Universitätsklinikum Essen. Von 2014 bis 2022 war er zudem wissenschaftlicher Vorstand des Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrums in Essen.

Heusch hat an den Universitäten Düsseldorf und Bonn Medizin studiert und an der Universität Bonn promoviert. Sein Spezialgebiet ist die Herz-Kreislauf-Forschung.

Seit 2012 ist er ordentliches Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste und dort seit 2018 Sprecher der Fachgruppe Medizin. Seit 2023 ist Heusch Vizepräsident der Akademie und Sekretar der Klasse für Naturwissenschaften und Medizin. (iss)

Wirtschaftswissenschaften

choices online am 30.01.2025

Generationenwissen

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Die vierte vorgezogene BRD-Bundestagswahl steht an. Unzählige Sorgen und Hoffnungen verknüpfen sich damit. Sie betreffen die Wirtschaftskrise, Lebenshaltungskosten, Krieg oder Infrastruktur. Dergleichen wird allerdings überschattet vom Streit um Migration. Mit markigen Ansagen dazu ist Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Dabei orientiert er sich wenig überraschend an US-Präsident Trump, der keinen Zweifel daran lässt, dass Recht und Gesetz, Diskussion sowie Kompromiss keine Rolle spielen sollen, wenn sie den eigenen Interessen entgegenstehen. Denn Merz strebt an, das im Grundgesetz verbriefte Recht auf Asyl zu beenden und setzt seine Forderungen als unverhandelbar. Es geht also heiß her im Wahlkampf. Im Monatsthema Auf ein Neues wollen wir einen sachlicheren Blick auf Fragen werfen, die sich angesichts der Wahl stellen.

Unsere Leitartikel plädieren dafür, die Schuldenbremse so schnell wie möglich abzuschaffen, sich bewusst zu machen, wie umfassend das Kriegsgeschehen mittlerweile unseren Alltag prägt und nicht darauf hereinzufallen, wenn manche Politiker ihre Entsolidarisierung hinter Bekenntnissen zum Gemeinwohl verstecken.

In unseren Interviews diskutiert der Ökonom Achim Truger, wie die Wirtschaftskrise sozial gerecht überwunden werden kann, der Politologe Andreas Hasenclever, wie sich eine künftige Bundesregierung mit Kriegen auseinandersetzen muss und die Politologin Nina Kolleck, wie es um politische Bildung und Orientierung steht.

In unseren Lokalbeiträgen erfahren wir beim Wissenschaftsladen Bonn, wie sich Akademiker auf dem Arbeitsmarkt zurechtfinden können, wie sich das Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht an der Uni Bochum mit Krieg und Frieden auseinandersetzt und bei Politikwissenschaftler Detlef Sack an der Uni Wuppertal, wie Bürgerbegehren und Bürgerräte zur Demokratie beitragen.

Stimmen für Klimaschutz dringen in der Debatte nicht mehr durch. Das ist beschämend und zeugt von der Kurzsichtigkeit, mit der politische Entscheidungsträger Prioritäten setzen. Stattdessen dominieren Stimmen, die Klimaschutz gegen die Wirtschaft ausspielen und - wie Friedrich Merz - den Ausstieg aus Kohle und Gas rückgängig machen wollen. Dabei sollte es längst müßig sein, erklären zu müssen, dass erneuerbare Energien umwelt- und wirtschaftspolitisch geboten sind! Wer, wie CDU/CSU und auch FDP, dringende Staatsausgaben für Bildung, Gesundheit, Verkehr, Soziales oder Umwelt monoton mit Verweis auf die Schulden der kommenden Generationen zurückweist (Stichwort: Schuldenbremse), offenbart, dass ihn tatsächlich nicht das Gemeinwohl bewegt. Denn die Staatsausgaben, die üblicherweise infragestehen, nehmen sich lächerlich aus gegenüber denen, die mangelnder Klimaschutz kosten wird. Kommende Generationen wüssten, was sie für ihre Zukunft ausgegeben hätten.

choices online am 30.01.2025

"Dominierende Haltung: Reform der Schuldenbremse ist nötig"

Teil 1: Interview - Wirtschaftsweise Achim Truger über die Wirtschaftskrise und die Ideen der Parteien

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choices: Herr Truger, woher kommt die gegenwärtige Wirtschaftsschwäche?

Achim Truger: Man muss das ein wenig sortieren, denn an vielen dieser Punkte ist natürlich etwas dran. Wir haben im Grunde genommen zwei Schwächen: Die erste Schwäche rührt von dem unheimlichen Corona-Absturz im Jahr 2020 her, der natürlich zweifellos von außen gekommen ist. Davon hatte sich die Wirtschaft noch nicht vollständig erholt, als mit dem Energiepreisschock gleich die nächste Krise folgte. Das heißt Corona, der Ukraine-Krieg und der Energiepreisschock erklären vieles. Was in ihrer Aufzählung noch fehlte, ist die unmittelbar kurzfristige Erklärung dafür, warum die deutsche Wirtschaft nicht richtig anspringt, nämlich zwei ungewöhnliche Entwicklungen: Wir hatten einen riesigen Inflationsschock nach der Energiepreis-Krise, in dessen Folge die Brutto-Reallöhne so stark abgestürzt sind, wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Seit aber etwa zwei Jahren haben sich die Realeinkommen wieder positiv entwickelt, im vergangenen Jahr sogar deutlich positiv. Dann würde man erwarten, dass der private Konsum, der zunächst abgestürzt war, sich wieder erholt - diese Erholung ist aber sehr zaghaft. Dass er sich nicht wie erwartet erholt, hängt wohl mit der großen Unsicherheit zusammen. Die Indikatoren, die Unsicherheit anzeigen, auch wirtschaftspolitische Unsicherheit, sind sehr hoch, und viele Menschen fürchten jetzt um ihre Arbeitsplätze.

Der zweite große Faktor ist der Export, der sich in einer weltwirtschaftlichen Erholung eigentlich ebenfalls entsprechend schnell erholen und damit die Industrie und in der Folge den Rest der Wirtschaft hochziehen sollte - dieser Mechanismus funktioniert gerade nicht gut. Die Exporte sind viel zu schwach für das weltwirtschaftliche Wachstum, das sich wieder erholt hat. Das hat vermutlich mit den weiterhin erhöhten Energiepreisen zu tun. Dann kommen Faktoren wie die hohe Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der Energiepreise hinzu, die dazu führen, dass die Investitionen ausbleiben.

Ein weiterer Faktor ist, dass Deutschlands Geschäftsmodell mit dem großen Industriesektor und einem starken Export darauf beruhte, dass es die ganze Welt mit Investitionsgütern belieferte. Die Konjunktur für diese Investitionsgüter ist nun aber weltweit eher schwach. Hinzu kommt noch eine Entwicklung, die wir noch nicht umfassend beurteilen können, die aber wahrscheinlich relevant ist: China, wohin ja viele von Deutschlands Exporten gehen, hat selbst Schwierigkeiten und ist nun vor allem sehr stark binnenwirtschaftlich orientiert. Es beliefert sich daher selbst mit Gütern, die bislang aus Deutschland und Europa kamen. Das heißt, die haben da echt einen Sprung gemacht, und sind jetzt plötzlich auf Märkten konkurrenzfähig, auf denen sie es vorher nicht waren. Entgegen den Erwartungen hat es daher seit 2023 keinen Aufschwung gegeben. Stattdessen ist jetzt zu befürchten, dass 2025 das dritte Jahr in Folge mit negativen Wachstumsraten sein wird - nicht stark negativ, aber zumindest ein kleines Minus und drei Jahre mit einem kleinen Minus ist auch richtig schlecht. Das hat es in der Form noch nicht gegeben, wenn es dazu käme. Insgesamt würde das seit 2019 sechs Jahre ohne jedes Wachstum bedeuten. Das ist insgesamt ein großes Problem und der niedrige Sockel, auf dem wir da aufsetzen, sind natürlich die Corona- und die Energiepreis-Krise.

"Hätte man das einfach abgearbeitet, wäre das sicherlich besser gewesen, als dieser von der FDP provozierte Ausstieg"

Welchen Einfluss hatte die Politik der Ampel?

Die Unsicherheit, die zurzeit ein sehr großes Problem ist, und auch Teile der noch nicht verarbeiteten Energiepreiskrise, die haben natürlich etwas mit der Ampel-Politik zu tun. Wenn sich eine Regierung über zwei Jahre ständig nur über den Haushalt streitet und eigentlich nicht klar ist, was an Maßnahmen ergriffen wird und wer belastet werden soll, wenn die Schuldenbremse eingehalten wird, wer dann zurückstecken soll - diese Unsicherheit, die immer wieder und wieder kam und sich am Schluss so zugespitzt hat, dass die Regierung daran zerbrochen ist, die hat sowohl die Unternehmen als auch die privaten Haushalte verunsichert und Schaden angerichtet. Auch gab es zweifelhafte Entscheidungen: Man hätte natürlich die Unterstützung für energieintensive Unternehmen stärker fortführen müssen, damit sie Investitionssicherheit haben. Man hätte auch die Kaufprämie für E-Autos verlängern können, die ja stattdessen im August 2023 mangels Geldes und mangels Einigung einfach abgebrochen wurde. Das hat die Autoindustrie natürlich nochmal besonders getroffen, die auf die Unterstützung vertraut hat, damit sie den Umstieg in die E-Mobilität hinbekommt. Ärgerlich ist, dass sich die Ampel sich ja eigentlich schon geeinigt hatte, auf eine Wachstumsinitiative in 49 Punkten. Da waren eine ganze Menge vernünftiger Dinge dabei - hätte man das einfach abgearbeitet und wäre dann regulär in die Bundestagswahl gegangen, wäre das für das Land sicherlich besser gewesen, als dieser letztlich von der FDP provozierte Ausstieg.

Andere Faktoren, wie die Mängel der öffentlichen Infrastruktur, reichen deutlich weiter zurück.

Das ist ein Problem, das sich zurzeit zuspitzt, aber die Vernachlässigung reicht in der Tat Jahrzehnte zurück, das ist nichts, was die aktuelle Regierung maßgeblich zu verantworten hätte. Man kann der Ampel die Unsicherheit und die mangelnde Unterstützung in der noch nicht überstandenen Krise zum Vorwurf machen, aber viele andere Dinge sind letztlich Altlasten, bei denen praktisch jede Partei, die in Deutschland schon mal an der Regierung war, mit im Boot sitzt, also auch die jetzige Opposition. Dieses sehr große Vertrauen auf den Export, auch auf China, ist natürlich eine Erblast, die schon immer ein Risiko war, und das hat sicherlich nicht die Ampel zu verantworten, das haben eben viele vorherige Regierungen mit unterstützt. Zuallererst aber hat das natürlich die Wirtschaft zu verantworten.

"Unternehmen müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, sich nicht gut vorbereitet zu haben"

Hat der private Sektor Innovationen verschlafen?

Sagen wir so: Was man immer mehr sieht, was auch durch die Durchoptimierung vieler Prozesse bedingt ist, ist, dass die Unternehmen sehr, sehr kurzfristig orientiert sind. Wenn sich dann etwa in China diese großen Gewinnmöglichkeiten bieten, greifen sie eben zu. Man hätte natürlich auch versuchen können, sich breiter aufzustellen und vielleicht nicht so sehr ins Risiko zu gehen, so dass man jetzt den Entwicklungen weniger ausgeliefert wäre. Ein weiteres Risiko für die Unternehmen ist natürlich Trump - wenn er die Zölle erhöht, trifft das die Exportwirtschaft erneut. Dass wird schwierig und da müssen sich die Unternehmen schon den Vorwurf gefallen lassen, dass sie sich nicht gut vorbereitet haben. Man hat es auch gesehen bei den gestörten Lieferketten während und nach Corona: Man hat just-in-time produziert und als der Nachschub abriss, ging eben gar nichts mehr. Da müsste man sich im Grunde viel langfristiger und vorausschauender aufstellen. Ansonsten: Es ist nicht so, dass die deutsche Wirtschaft grundsätzlich innovationsschwach wäre, aber die Innovationen finden vor allem in bestimmten Bereichen statt, vor allen Dingen im Automobil-Bereich und im Maschinenbau. Was da geleistet wird, ist schon nicht schlecht, da ist auch die Forschung und die Umsetzung in die Praxis relativ gut verzahnt, die Innovationskultur ist nicht schlecht. Sie könnte vielleicht etwas breiter aufgestellt werden und auch digitaler sein. Auch hier, die Unternehmen haben das getan, was ihnen kurzfristig nutzte, wo sie gut aufgestellt waren und haben andere Bereiche vernachlässigt. Die Politik hätte natürlich auch einiges machen können - dass das deutsche Wachstum sehr exportlastig war und die Binnenwirtschaft lange Zeit stark vernachlässigt wurde, ist ja bereits ein altes Phänomen. Schon vor 20 Jahren hätte die Politik viel stärker in Richtung Infrastruktur- und einer breiteren Forschungsförderung gehen müssen und dadurch auch die Binnenwirtschaft stärker ankurbeln sollen. Dass man das nicht getan hat, fällt uns jetzt leider auf die Füße. Auch da ist man paradoxerweise wieder an der kurzen Frist orientiert: Die Schuldenbremse ist mal eingeführt worden, um zu verhindern, dass es die kurzfristig orientierte Politik mit den Schulden übertreibt, weil das zwar kurzfristig hilft, aber langfristig Probleme erzeugt. Dass die Politik vielleicht auch bei ihren Ausgaben eher geneigt ist, die kurzfristig wirksamen zu bevorzugen und sich um die langfristigen nicht zu kümmern, hat man offenbar nicht gesehen. Das war für uns beim Sachverständigenrat auch der Grund, in unserem letzten Gutachten ein Kapitel zu schreiben, in dem es darum geht, was man machen kann, um die zukunftsorientierten, langfristigen Ausgaben zu stärken. Wir plädieren dafür, einen Infrastrukturfond aufzulegen, um mit langfristig ganz klar zugewiesenen gesicherten Einnahmen des Bundes die Bahn und auch Bundesautobahnen und -straßen zu sanieren und auf eine langfristig tragfähige Grundlage zu stellen. Denn ein Investieren nach Kassenlage ist immer problematisch: Man hat sich an Schuldenbremse und schwarzer Null berauscht, aber im Rausch hat man die kritischen Stimmen ignoriert, zu denen ich mich zähle, die darauf aufmerksam gemacht haben, dass da wesentliche öffentliche Investitionen auf der Strecke bleiben.

Steigende Lebenshaltungskosten setzen der Bevölkerung zu. Profitiert auch jemand von Inflation?

Was man sagen muss, die Netto-Realeinkommen sind zuletzt wieder gestiegen und sie haben auch das Vorkrisen-Niveau definitiv und spürbar wieder überschritten. Es ist also nicht so, dass die Leute im Durchschnitt real deutlich ärmer sind, das ist nicht der Fall. Aber wenn diese Krisen nicht gewesen wären, dann wäre die Einkommensentwicklung natürlich deutlich besser gewesen. Wer von der Inflation profitiert, das hängt natürlich immer davon ab, wie die Inflation auftritt. Da der Inflationsschock zu einem ganz großen Teil aus dem Ausland kam, sprich, durch die Energiepreise, profitieren natürlich diejenigen, die Energie verkaufen, die also in diesem Fall im Ausland saßen. Es gibt immer wieder den Verdacht, dass es bei Preissteigerungen zu Mitnahme-Effekten kommt, dass einige sagen: "Ja komm', wenn die Preise überall steigen, können wir sie jetzt auch mal erhöhen." Da gab es ein paar Hinweise, aber inwieweit das insgesamt einen nennenswerten Effekt hatte, kann ich nicht sagen. In der Energiekrise konnte man beim Tankrabatt sehen, dass dieser Rabatt nicht vollständig an die Autofahrer:innen weitergegeben wurde. Da haben sich die Mineralöl-Konzerne höchstwahrscheinlich einen Extragewinn abgezwackt. Grundsätzlich, wenn so ein Inflationsschock von außen kommt, profitieren eben diejenigen, die die Energie bereitstellen.

"Eine klare Trennung und klare Polarisierung"

Welche ökonomischen Lösungen bieten die politischen Lager an?

Das kann man nicht ganz leicht auf einen Nenner bringen, aber ich würde mal sagen, dass es eine recht klare Trennung und auch wieder eine klarere Polarisierung gibt. Programmatisch gab es das auch bei der letzten Wahl durchaus schon, aber in der praktischen Politik sah das in Koalitionsregierungen immer anders aus. Aber es ist schon so, dass wir ein rot-grünes Lager haben, das auf eine bestimmte Richtung setzt, und ein CDU/FDP-Lager - zum Teil kann man die AfD dazuzuzählen, aber so richtig festlegen lassen die sich nicht, in manchen Aspekten sind sie sehr anders unterwegs - zum BSW kann ich gar nichts genau sagen. Wenn man Rot-Grün und Schwarz-Gelb gegenüberstellt, ist es so, dass Union und FDP wieder stärker in Richtung Marktorientierung, Deregulierung, Steuersenkungen gehen wollen, vor allem für Unternehmen und für sehr reiche oder wohlhabende Haushalte und ihre Ziele wieder viel stärker marktwirtschaftlich erreichen möchten. Bei Rot-Grün ist es so, dass stärker auf staatliche Verantwortung, stärkere öffentliche Investitionen und gerade auch eine stärkere staatliche Rolle und Ausgaben in der Klimapolitik, der Industriepolitik und der Energiepolitik gedrängt wird. Was die Steuerpolitik angeht, wollen sie eher die unteren Einkommensschichten oder die Mitte entlasten und oben etwas stärker zugreifen. Union und FDP haben Steuersenkungen im Volumen von 100 Milliarden, die FDP sogar von 130 Milliarden versprochen, da ist es vollkommen unklar, wie diese gigantischen Beträge finanziert werden sollen. Das weist auch schon darauf hin, dass es die in dieser Form nicht geben wird, weil es eben völlig unrealistisch ist. Ein weiterer Punkt, der im Hinblick auf die öffentlichen Investitionen wichtig ist: Während FDP und auch Union sich zur Schuldenbremse bekennen, fordern Rot und Grün eine Reform der Schuldenbremse, insbesondere in einer investitionsorientierten Form, damit die zukunftsorientierten Ausgaben kreditfinanziert werden können. Das sind so die wesentlichen Trennlinien. Bei der FDP weiß man ja noch gar nicht, ob sie im Bundestag vertreten sein wird, aber Union, SPD oder Grüne, das sind diejenigen, die wahrscheinlich in der Regierung sein werden, also die Union als stärkste Kraft und Grün oder Rot als Partner. Die Grünen werden ja von Union und FDP hart angegangen - gut, das ist halt Wahlkampf - aber wenn man sich die Programme ansieht, ist es eigentlich nicht so, dass man am Ende nicht einen vernünftigen Kompromiss finden könnte. Denn öffentliche Investitionen zu fördern, den Klimaschutz hinbekommen, Energie günstig machen und damit der Industrie helfen, das sind lauter Programmpunkte, in denen sich eigentlich alle einig sind. Daher wird man Kompromisse schließen und das müssen aus meiner Sicht auch keine faulen Kompromisse sein, sondern das kann am Ende etwas sehr Vernünftiges ergeben. Das ist die Hoffnung, es kann auch sein, dass alle völlig irrational sind - aber das glaube ich nicht.

Die Schuldenbremse wird geradezu zur Glaubensfrage erhoben. Im Ausland wundert man sich über den deutschen "fiscal fetishism". Ist die Schuldenbremse ein deutscher Sonderweg?

Das ist nicht nur eine Frage von außen oder innen - mittlerweile ist aus Sicht der wirtschaftlichen Beratung die dominierende Haltung, dass eine Reform der Schuldenbremse in irgendeiner Form nötig ist. Das sagt der IWF, das sagt die OECD, die Bundesbank, wir als Sachverständigenrat haben uns für eine Reform ausgesprochen. Auch in vielen konservative Instituten gibt es Stimmen, die sich für Reformen aussprechen. Da geht es dann manchmal ums Wording. Man ist total für die Schuldenbremse, befürwortet unter bestimmten Bedingungen aber ein großes kreditfinanziertes Sondervermögen, so ähnlich wie dasjenige für die Bundeswehr, aus dem man dann für viele Jahre die nachzuholenden Investitionen bei Verteidigung, bei Infrastruktur und so weiter finanziert. Letztlich ist es rhetorisch, denn scheinbar wird die Schuldenbremse zwar nicht angetastet - man ändert aber das Grundgesetz so, dass man neben dieser Schuldenbremse kreditfinanziert jede Menge Ausgaben tätigen kann. Im Grunde ist es so: Nur noch ganz wenige von denjenigen, die in der Debatte eine Rolle spielen, bekennen sich wirklich noch zur strengen Auslegung der Schuldenbremse ohne Ausnahmen. Mittlerweile herrscht doch ziemlich klar die Ansicht vor, dass man da was ändern kann und sollte. In der Politik ist es auch nicht so klar - wie gesagt, Rot und Grün bekennen sich dazu. Das ist auch nicht selbstverständlich. Vor zehn Jahren wäre das in den beiden Parteien noch nicht unbedingt die Mehrheitsmeinung gewesen. Aber jetzt bekennen sie sich dazu, dass es geändert werden soll. In der Union ist es so, dass sich einige Ministerpräsidenten schon dahingehend geäußert haben, dass sich da was tun muss und am lautesten eigentlich der regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegener. Friedrich Merz selbst hat sich dazu bisher eher unklar geäußert, das sei eine technische Frage, und wenn es für Investitionen ausgegeben werde, könne man drüber reden. Das ist dann von Carsten Linnemann wieder eingefangen worden und klar, es ist Wahlkampf, da will man als Union keine Debatte, indem man sagt, wir ändern die Schuldenbremse. In den Koalitionsverhandlungen werden die Karten aber neu gemischt.

"Die Frage ist, ob es gelingen wird, Ungleichheit in Einkommen und Vermögen wieder rückgängig zu machen"

Welche Wirtschaftspolitik scheint unter den wahrscheinlichen Regierungskonstellationen möglich?

Man wird sich da einigen müssen. Die eine Seite möchte bestimmte Steuersenkungen, die andere Seite möchte eine Steuerpolitik, die stärker oben zugreift, da muss man einen Kompromiss finden. Die eine Seite möchte ganz stark entlasten, weiß aber nicht, wo das Geld herkommen soll, aber alle sind sich einig, dass doch eine ganze Reihe von Ausgaben getätigt werden müssen. Wenn man eine Reform der Schuldenbremse hinbekommt, kann man einiges im Übergang mit Krediten finanzieren, und für alles andere muss man sich in der Mitte treffen, das ist aber nicht unmöglich. Ehrlich gesagt, der ursprüngliche Ampel-Kompromiss im Koalitionsvertrag war doch auch ganz vernünftig. Da sind viele Sachen offengeblieben, keine Frage, aber durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts wurde endgültig ausgeschlossen, dass man so weiterkommt, dabei wäre das ökonomisch durchaus vernünftig gewesen, es wäre gut, wenn man das hätte durchziehen können. Dann hat die FDP irgendwann aufgrund der schlechten Wahlergebnisse der Mut verlassen und sie sind immer weiter zurückgerudert. Ich hoffe, dass die Regierungskoalitionen, die sich jetzt abzeichnen, stabiler sind. Sollte die Union die stärkste Regierungspartei werden, ist es ja nicht so, als ob sie in der Vergangenheit keine stabilen Regierungen geführt hätte. Auf dem Weg zur Regierungskoalition können die Debatten aber noch einmal sehr aufgeregt werden.

Um den Teufel an die Wand zu malen, falls sich die "Brandmauer" hierzulande als ebenso brüchig erweist, wie in Österreich: Welche Wirtschaftspolitik würde eine schwarz-blaue Koalition betreiben?

Also da sage ich gar nichts dazu. Friedrich Merz hat sich als Kanzlerkandidat der Union felsenfest zur Brandmauer bekannt und seine politische Zukunft damit verknüpft. Auf welcher Basis sollte ich jetzt spekulieren, wie das aussehen würde, würden sie doch koalieren? Ich glaube, dass das nicht zur Debatte steht und halte das auch für glaubwürdig. Es wäre unverantwortlich, Spekulationen über eine Koalition anzustellen, die einfach nicht zur Debatte steht.

Welche Maßnahmen kämen tatsächlich der Bevölkerung zugute, nicht nur den Unternehmensbilanzen?

Wenn es einen Aufschwung gibt, die Investitionen wieder anspringen und die Beschäftigung wieder gut läuft, haben wir eigentlich schon die Mechanismen, die sich auf die Löhne und damit die Masseneinkommen auswirken. Es wäre natürlich anders, wenn die Politik einseitig eingreift, kräftig dereguliert, die Arbeitnehmer alles bezahlen lässt und nur Unternehmen und Reiche entlastet, dann käme eine Schieflage rein. Von einzelnen Maßnahmen abgesehen, sehe ich das aber nicht grundsätzlich. Die Frage ist, ob es gelingen wird, das, was mittlerweile über die vergangenen Jahrzehnte an Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen aufgebaut wurde, wieder rückgängig zu machen. Das dürfte in den aktuell aussichtsreichen Koalitionen aber schwierig werden.

EU-Schwerbehinderung (Internet-Publikation) am 29.01.2025

Studie zeigt: Vermögensarme erleiden durch Finanzmarkt jährlich hunderte Euro Verlust

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Vermögensarme Menschen in Deutschland sind am Finanzmarkt häufig strukturell benachteiligt. Das ist das zentrale Ergebnis einer von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten neuen Studie von Finanzwende Recherche.* Wie groß die Benachteiligung ist, zeigt ein für die Studie neu entwickelter Indikator: der Armutsnachteil. Er beziffert, wie viel Geld den rund 35 Millionen Erwachsenen, die zur unteren Vermögenshälfte in Deutschland gehören, pro Jahr im Vergleich zu Wohlhabenderen entgeht.

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Im Jahr 2024 lag der Armutsnachteil der Studie nach bei 525 Euro. Gemessen am durchschnittlichen Bruttovermögen einer vermögensarmen Person (Details zu Höhe und Zusammensetzung unten) ist das ein erheblicher Betrag. Der Armutsnachteil beschreibt die Summe, über die eine vermögensarme Person zusätzlich verfügen könnte, wenn sie die Konditionen der wohlhabenderen Vermögensmitte erhielte. 280 Euro dieses Armutsnachteils erklären sich dadurch, dass die Portfolios Vermögensarmer renditeschwächer sind. Hinzu kommen bei ihnen höhere Produktkosten, die noch einmal 245 Euro verursachen.

"Wenn man sich anschaut, dass die Betroffenen oft nicht mehr als ein paar Tausend Euro an Vermögen haben, ist das eine Menge Geld", sagt Britta Langenberg, Leiterin des Bereichs Verbraucherschutz bei Finanzwende Recherche. Es sei unverständlich, dass die Perspektive von Menschen mit wenig Geld in der öffentlichen Diskussion eigentlich keine Rolle spiele. Langenberg: "Über Geld spricht man in Deutschland nicht, über wenig Geld erst recht nicht."

"Die Studie zeigt sehr deutlich, dass es angesichts der sehr großen Vermögensungleichheit in Deutschland ins Leere läuft, Menschen mit wenig Vermögen einfach auf den Finanzmarkt, Aktienfonds oder ETFs zu verweisen, und dann wird das schon mit der finanziellen Situation", sagt Christina Schildmann, Leiterin der Forschungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung. "Denn wer kaum etwas hat - und wir reden hier über die Hälfte der Bevölkerung und mehr - kann es sich kaum leisten, potenziell gewinnträchtige, aber auch schwankungsanfällige Anlagen zu wählen. Die Untersuchung entlarvt damit den Mythos, private Anlageformen könnten voraussetzungslos und für alle gewinnbringend soziale Sicherung leisten", so Schildmann.

Die Studie "Der Armutsnachteil" entstand in Zusammenarbeit mit Forscherinnen am Institut für Sozioökonomie der Universität Duisburg-Essen. Kern der Studie ist eine genaue Analyse der Vermögensverhältnisse erwachsener Personen in Deutschland auf Basis des sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Dafür wurden drei Bevölkerungsgruppen gebildet: Erstens die vermögensarme Hälfte der Bevölkerung mit einem Bruttovermögen von im Schnitt 6.000 Euro. Nächste Gruppe ist die wohlhabendere Vermögensmitte mit einem im Schnitt deutlich höheren Bruttovermögen von 149.000 Euro. Schließlich gibt es die oberen 10 Prozent, die im Schnitt 925.000 Euro an Bruttovermögen besitzen. Superreiche finden sich an deren oberster Spitze, bewegen sich mit Vermögen im Multimillionen- und Milliardenbereich aber noch einmal in einer anderen Welt.

Betrachtet man die Anlageportfolios der drei Gruppen, zeigen sich große Unterschiede. Die mit Abstand wichtigste Anlageklasse in der vermögensarmen Hälfte ist das eigene Auto - obwohl es sich dabei nicht um ein Anlageprodukt im klassischen Sinne handelt. Schließlich verlieren Autos permanent an Wert und verursachen gleichzeitig Kosten. Hinzu kommen bei den unteren 50 Prozent der Vermögensverteilung sichere, aber renditeschwache Anlagen wie Spareinlagen oder Lebensversicherungen.

Anlageschwerpunkt der Vermögensmitte ist die eigene Immobilie, eine im Betrachtungszeitraum lukrativere Form der Geldanlage. Das macht sich in der Rendite pro Jahr bemerkbar: Die Vermögensmitte kommt hier mit ihrem Durchschnittsportfolio auf nominal 5,9 Prozent Rendite pro Jahr, bei der vermögensarmen Hälfte der Bevölkerung sind es nur 1,9 Prozent nominal.

"Unterschiedliche Renditen und vor allem das niedrigere Startkapital von vermögensarmen Menschen sorgen dafür, dass der Graben zwischen den Vermögensgruppen immer weiter wächst", sagt Moritz Czygan, Referent bei Finanzwende Recherche und Ko-Autor der Studie. "Die strukturellen Nachteile sind so groß, dass die oder der Einzelne sie durch individuelle Entscheidungen kaum überwinden kann."

Ein Blick auf die vermögensarme Hälfte der Bevölkerung zeigt auch, dass bestimmte Gruppen hier besonders häufig vertreten sind - und damit öfter unter Armutsnachteilen leiden. So gehören zum Beispiel 57 Prozent der Menschen in Ostdeutschland zu dieser Gruppe, bei den Menschen mit Migrationshintergrund sind es mehr als zwei Drittel (67 Prozent). Noch höher ist die Quote der Vermögensarmen bei den Alleinerziehenden, hier liegt sie bei 76 Prozent. "In der öffentlichen Diskussion fehlt allzu oft die Perspektive von Menschen mit wenig Geld ", sagt Langenberg. "Wenn es um Geldgeschäfte und um privaten Vermögensaufbau geht, müssen wir ihre Lebenswirklichkeit stärker berücksichtigen."

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung

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Mannheimer Morgen Online am 27.01.2025

Enorme Unterschiede bei Vermögen - «Graben wächst»

Wer wenig Geld hat, tut sich schwer, ein Vermögen aufzubauen. Das klingt banal. Eine neue Studie beziffert nun den Nachteil konkret.

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Berlin. Menschen mit wenig Vermögen sind bei der Geldanlage strukturell im Nachteil und können diesen aus eigener Kraft kaum überwinden. Das zeigt eine Studie von Finanzwende Recherche, gefördert von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

«Unterschiedliche Renditen und vor allem das niedrigere Startkapital von vermögensarmen Menschen sorgen dafür, dass der Graben zwischen den Vermögensgruppen immer weiter wächst», sagt Moritz Czygan, Co-Autor der Studie und Referent bei Finanzwende Recherche, einer gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Bürgerbewegung Finanzwende.

Wer nur wenige Tausend Euro besitzt, brauche eine eiserne Reserve, etwa falls die Waschmaschine kaputtgehe, sagte Britta Langenberg, Leiterin des Bereichs Verbraucherschutz bei Finanzwende Recherche. Investments in Aktien kämen für sie kaum infrage.

Vermögensarme Hälfte besitzt nur wenige Tausend Euro

Für die Studie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozioökonomie der Universität Duisburg-Essen wurden die Vermögen von Erwachsenen per Umfrage auf Basis des sozio-ökonomischen Panels von 2019 erhoben und analysiert: Die erste Gruppe war die vermögensarme Hälfte der Bevölkerung mit einem Bruttovermögen von im Schnitt 6.000 Euro; Schulden wurden nicht berücksichtigt. Es folgte die wohlhabendere Vermögensmitte mit einem Anteil von 40 Prozent und einem durchschnittlichen Bruttovermögen von 149.000 Euro. Auf die oberen 10 Prozent entfielen im Mittel 925.000 Euro.

Für die Gruppen wurden durchschnittliche Vermögens-Portfolios gebildet und mit langfristigen Renditedaten der Bundesbank verknüpft. Daraus wurde ein Armutsnachteil errechnet: Er lag der Studie zufolge 2024 bei 525 Euro. Er beziffert, wie viel Geld den rund 35 Millionen Erwachsenen aus der unteren Vermögenshälfte im Vergleich zur Vermögensmitte jährlich entgeht. 280 Euro davon entstehen, da die Portfolios vermögensarmer Menschen renditeschwächer sind. Dazu kommen bei ihnen höhere Produktkosten, weil sich die Kosten etwa für ein Girokonto oder eine Lebensversicherung bei geringerem Vermögen stärker bemerkbar machen.

Vermögensmitte profitiert von Immobilienbesitz

Der mit Abstand wichtigste Besitz der vermögensarmen Hälfte sei das eigene Auto, das aber über die Jahre an Wert verliere, schrieben die Autoren. Dazu kämen sichere, aber renditeschwache Anlagen wie Spareinlagen oder Lebensversicherungen.

Bei Menschen aus der Vermögensmitte mache dagegen die eigene Immobilie den Großteil des Vermögens aus - und Eigentümer hätten vom langen Immobilienboom profitiert. Die Vermögensmitte komme daher im Schnitt auf 5,9 Prozent Rendite pro Jahr, bei den Vermögensarmen wuchs der Besitz nur um 1,9 Prozent.

Zur vermögensarmen Hälfte der Bevölkerung gehören demnach besonders viele Ostdeutsche, Menschen mit Migrationshintergrund sowie Alleinerziehende. Die Perspektive von Menschen mit wenig Geld spiele in der öffentlichen Diskussion keine Rolle, kritisierte Langenberg. «Über Geld spricht man in Deutschland nicht, über wenig Geld erst recht nicht.» Nötig seien ein besserer Verbraucherschutz und mehr Finanzbildung.

© DPA-INFOCOM, DPA:250127-930-356807/1

Geisteswissenschaften / Gesellschaftswissenschaften / Politikwissenschaften / Bildungswissenschaften

SPIEGEL Online, der am 29.01.2025

Männer machen den Haushalt meist »gemeinsam« mit ihrer Partnerin – meinen die Männer

Zwei von drei Männern denken einer Studie zufolge, dass sie Aufgaben zu Hause fair aufteilen. Bloß sagt mehr als die Hälfte aller Frauen: Das meiste bleibe an ihnen hängen. Wer hat recht?

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Die meisten Männer gehen zwar davon aus, dass Arbeit im Haushalt zwischen ihnen und ihrer Partnerin weitgehend gleich aufgeteilt ist, doch mit dieser Einschätzung liegen sie wohl oft falsch. Dazu kommt eine repräsentative Onlinebefragung heterosexueller Menschen im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Die Studie erfasst nicht nur die wahrgenommene Zuständigkeit, sondern vergleicht sie auch mit dem tatsächlichen Zeitaufwand für Hausarbeit.

So gaben mehr als zwei Drittel der befragten Männer (68 Prozent) an, dass sie und ihre Partnerin für Aufgaben im Haushalt »gemeinsam« oder »meistens gemeinsam« zuständig seien. Die befragten Frauen sehen das offensichtlich anders: 44 Prozent meinen, dass die Aufgaben in ihrer Partnerschaft gleich verteilt sind. Mehr als die Hälfte aller Frauen (54 Prozent) gab an, dass sie »meist« oder »immer« für Dinge im Haushalt zuständig seien – während nur knapp 22 Prozent der Männer angaben, dass zumeist ihre Partnerinnen zuständig seien.

Selbst wenn beide, Mann und Frau, in Vollzeit arbeiten, bestehen der Befragung zufolge ähnlich starke Geschlechterunterschiede bei der Frage: Wer ist zuständig für den Haushalt – die Partnerin oder der Partner oder beide gleichermaßen?

Die Studie erhob nicht nur die wahrgenommene Zuständigkeit für den Haushalt, die Befragten sollten auch ihren Zeitaufwand für Jobs im Haushalt und Kinderbetreuung beziffern.

Selbst unter den Befragten, die meinten, sich »gemeinsam« um den Haushalt zu kümmern, unterschieden sich die Geschlechter deutlich: Während Männer aus dieser Gruppe angaben, im Schnitt 6,7 Stunden pro Woche mit Haushaltsaufgaben beschäftigt zu sein, gaben Frauen aus dieser Gruppe fast vier Stunden mehr pro Woche an (10,6 Stunden).

Und auch dann, wenn die Verantwortung für Kinder in einem Haushalt als weitgehend gleich verteilt eingeschätzt wird, geben Mütter einen im Schnitt deutlich größeren Zeitaufwand für Betreuung und Erziehung an als Väter (27,5 gegenüber 17,5 Stunden pro Woche).

So überrascht es wohl wenig, dass Frauen insgesamt unzufriedener damit sind, wie die Erwerbs-, Haushalts- und Sorgearbeit in ihrer Partnerschaft aufgeteilt ist: Auf einer Zufriedenheitsskala von 0 bis 10 erreichten Frauen 6,8 Punkte, Männer hingegen im Schnitt 7,7 Punkte.

Alte Rollen prägen noch immer Familie und Beruf

Die Verantwortlichen der Bertelsmann-Studie schlussfolgern, dass »traditionelle Familien- und Rollenmuster« nach wie vor bestimmen, wer in einer Beziehung mehr Verantwortung in den einzelnen Bereichen übernehme. Dies gelte meist auch dann noch, wenn beide erwerbstätig sind.

Die Studienverantwortlichen fassen ihre Ergebnisse so zusammen: Männer neigten dazu, die Aufgabenverteilung innerhalb einer Partnerschaft als »deutlich gleichverteilter zu sehen als Frauen«, Frauen hingegen schätzten ihren Anteil wesentlich höher ein.

Bloß, wer von beiden überschätzt sich nun? Auch darauf geben die Forschenden eine Antwort: Dies sei zwar nicht abschließend festzustellen – aber die Angaben zum wöchentlichen Zeitaufwand deuteten darauf hin, »dass es eher die Männer sind, die ihre Beteiligung überschätzen«.

Für die Studie wurden mehr als 1600 Personen im erwerbsfähigen Alter von 18 bis 65 Jahren befragt, die zum Zeitpunkt der Befragung in einer heterosexuellen Beziehung lebten. Unter den Befragten waren 425 Paare.

Hannoversche Allgemeine Zeitung (Tageszeitung) vom 30.01.2025, S. 32

Männer überschätzen Hilfe im Haushalt

Eine neue Studie zeigt: Frauen sind unzufriedener mit der Verteilung der Aufgaben

Bei der Einschätzung, wer sich in welchem Umfang für Hausarbeit und Kinderbetreuung einsetzt, fällt das Ergebnis bei Männern und Frauen sehr unterschiedlich aus.

Das zeigt eine repräsentative Befragung von 1620 Personen zwischen 18 bis 65 Jahren, die das Institut Arbeit und Qualifikation im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat. Als ein Fazit stellt die Analyse heraus: Männer überschätzen ihren eigenen Beitrag für die Haus- und Sorgearbeit.

Die Stiftung stellt fest: Frauen sind im Durchschnitt unzufriedener mit der Aufteilung von Erwerbs-, Haushalts- und Sorgearbeit als Männer. Auf einer Skala von null bis zehn Punkten kommen Männer im Schnitt auf 7,7 Punkte und Frauen auf 6,8 Punkte. Das sei ein erheblicher Unterschied, sagte Arbeitsmarktexpertin Luisa Kunze auf dpa-Anfrage.

Es gebe zwar keine direkten Vergleichszahlen, man gehe aber davon aus, dass dieser Zufriedenheitswert sich in den vergangenen Jahren nicht verbessert, womöglich noch etwas abgenommen habe, ergänzte Mitautorin Michaela Hermann. Viele Frauen seien durch ihre Mehrfachbelastung stark beansprucht, hinzu komme mitunter der gesamtgesellschaftliche Druck auf sie, mehr Zeit in den Arbeitsmarkt zu investieren.

Gut zwei Drittel (68 Prozent) der befragten Männer gaben an, dass beide Partner "gemeinsam" oder "meistens gemeinsam" für den Haushalt zuständig seien. Unter den Frauen sagten dagegen nur 44 Prozent, dass die Aufgaben gleich verteilt seien. Zugleich meinen knapp 22 Prozent der Männer, dass die Zuständigkeit meistens oder immer bei ihrer Partnerin liege. Fragt man die Frauen, sagen das allerdings 54 Prozent. Geht es um die Kinderbetreuung, unterscheiden sich die Einschätzungen ebenfalls deutlich. Das gelte sogar für Partnerschaften, in denen beide angeben, dass die Verantwortung für die Kinder weitgehend gleich verteilt sei: Hier investieren Väter nach eigener Einschätzung im Schnitt 17,5 Stunden pro Woche und Frauen 27,5 Wochenstunden.

Männer leisteten bei Haus- und Sorgearbeit "deutlich weniger" als ihre Partnerinnen, folgert die Stiftung. Die ungleiche Aufgabenaufteilung daheim erschwere die Teilhabe der Frauen am Arbeitsmarkt. Männer sollten stärker in flexiblen Arbeitszeitmodellen tätig sein und Betriebe entsprechende Angebote machen.

"Solange traditionelle Geschlechterrollen die Ungleichverteilung von Haus- und Sorgearbeit zementieren, beschränken wir die Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt, mit entsprechenden Folgen für Einkommen und Renten. Und wir verschärfen den Fachkräftemangel", betonte Michaela Hermann.

Alle weiteren Quellen: Aachener Zeitung Nordkreis • Abendzeitung München vom 30.01.2025, Seite 15 • Acher- und Bühler Bote • Acher-Rench-Zeitung • Achimer Kreisblatt • Achimer Kurier • Ahlener Tageblatt • Aichacher Nachrichten • Aichacher Zeitung • Alfelder Zeitung • Aller-Zeitung • Allgemeine Laber-Zeitung • Allgemeiner Anzeiger • Allgäuer Anzeigeblatt • Allgäuer Zeitung - Füssener Blatt • Allgäuer Zeitung Kaufbeuren mit Buchloer Zeitung • Allgäuer Zeitung Kempten • Allgäuer Zeitung Marktoberdorf • Alt-Neuöttinger Anzeiger • Altenaer Kreisblatt • Altmark Zeitung - Nachrichten für den Landkreis Stendal • Altmark Zeitung - Salzwedeler Nachrichten • Altmühl-Bote • Augsburger Allgemeine (Land Nord) • Augsburger Allgemeine (Land West) • Augsburger Allgemeine Augsburg • BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN - Brettener Nachrichten • BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN Bruchsaler Rundschau • BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN Ettlingen • BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN Hardt • Badische Zeitung Bad Säckingen • Badische Zeitung Elztal • Badische Zeitung Emmendingen, Kaiserstuhl • Badische Zeitung Hochschwarzwald • Badische Zeitung Kaiserstuhl, Breisgau West • Badische Zeitung Lörrach, Weil am Rhein • Badische Zeitung Markgräflerland • Badische Zeitung Ortenau • Badische Zeitung Region Freiburg • Badische Zeitung Rheinfelden, Wiesental • Badische Zeitung Südlicher Breisgau • Badisches Tagblatt Baden-Baden • Badisches Tagblatt Murgtal • Badisches Tagblatt Rastatt • Barmstedter Zeitung • Bayerische Rundschau • Bayerwald-Echo Ost • Bayerwald-Echo West • Bersenbrücker Kreisblatt • Bogener Zeitung • Borkumer Zeitung • Bote vom Haßgau • Bramscher Nachrichten • Bremer Nachrichten - 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Deutschlandfunk Online am 29.01.2025

Männer überschätzen laut Studie Beitrag zur Hausarbeit 29.01.2025 Der Link wurde in die Zwischenablage kopiert.

Einer Studie zufolge schätzen Männer und Frauen den Umfang ihrer Beteiligung an der Hausarbeit sehr unterschiedlich ein.

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Dies zeigt eine repräsentative Befragung von gut 1.600 Personen, die das Institut Arbeit und Qualifikation im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat. Demnach überschätzen viele Männer ihren eigenen Beitrag im Haushalt. 68 Prozent der männlichen Befragten gaben an, beide Partner seien dafür gemeinsam oder meistens gemeinsam zuständig. Von den befragten Frauen meinten dagegen nur 44 Prozent, dass die Aufgaben gleich verteilt seien. Auch bei der Kinderbetreuung werden Unterschiede deutlich. Bei Paaren mit gemeinsamer Sorgeverantwortung investieren Männer dafür nach eigener Einschätzung 17,5 Stunden pro Woche, bei den Frauen sind es zehn Stunden mehr.

Diese Nachricht wurde am 29.01.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Westfalen Blatt Online am 29.01.2025

Umfrage: Frauen unglücklicher mit Aufgabenteilung

Wer macht wie viel im Haushalt und bei der Kinderbetreuung? Laut Umfrage der Bertelsmann-Stiftung fällt die Einschätzung unterschiedlich aus.

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Gütersloh (dpa)

Gütersloh (dpa) - Spülen, Kochen, Windeln wechseln, mit den Kleinen zum Kinderarzt gehen: Bei der Einschätzung, wer sich in welchem Umfang für Hausarbeit und Kinderbetreuung einsetzt, fällt das Ergebnis bei Männern und Frauen sehr unterschiedlich aus. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 1620 Personen zwischen 18 bis 65 Jahren, die das Institut Arbeit und Qualifikation im Auftrag der Gütersloher Bertelsmann-Stiftung durchgeführt hat. Als ein Fazit stellt die Analyse heraus: Männer überschätzen ihren eigenen Beitrag für die Haus- und Sorgearbeit.

WDR Online am 29.01.2025

Studie: Männer tun nicht so viel im Haushalt wie sie denken

"Wir kümmern uns gemeinsam um den Haushalt." Das sagen laut einer Studie deutlich mehr Männer als Frauen - und scheinen sich zu überschätzen.

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Wäsche waschen, das Mittagessen zubereiten, die Kinder zur Schule bringen, für die Großeltern sorgen: Täglich übernehmen Frauen einen Großteil der Aufgaben im Haushalt und für die Familie. Laut Statistischem Bundesamt leisten Frauen 44,3% mehr unbezahlte Arbeit als Männer (Zeitverwendungserhebung 2022).

Umfragen zeigen aber auch, dass Männer sich mehr im Haushalt beteiligen wollen und dass insbesondere Väter eine größere Rolle bei der Erziehung ihrer Kinder spielen wollen, schreibt etwa die Bundesstiftung Gleichstellung.

Wahrnehmung über Arbeit im Haushalt geht auseinander

Eine aktuelle Studie der Universität Duisburg-Essen für die Bertelsmann Stiftung zeigt, dass Frauen und Männer in heterosexuellen Partnerschaften unterschiedlich über die Aufgabenverteilung im Haushalt denken: Mehr als zwei Drittel der Männer (68 Prozent) glauben, dass beide Partner gemeinsam oder meistens gemeinsam für die Aufgaben zuständig sind. Frauen sehen das anders: Nur 44 Prozent von ihnen sagen, dass die Aufgaben gleich verteilt sind.

Wenn es um die "klassische Aufteilung" geht, bei der die Frau den Haushalt schmeißt, sagen 54 Prozent der Frauen, dass sie meistens oder immer für den Haushalt verantwortlich sind. Nur etwa 22 Prozent der Männer geben an, dass ihre Partnerin meist für den Haushalt zuständig ist. Auch hier gehen die Wahrnehmungen also weit auseinander.

Für die Studie wurden gut 1.600 Personen zwischen 18 und 65 Jahren befragt, die zum Zeitpunkt der Befragung in einer heterosexuellen Beziehung lebten. Es wurden aber nicht immer beide Partner der Beziehung befragt: Für nur 425 Paarhaushalte gibt es Informationen von beiden Partnern.

Schaut man sich an, wie viele Wochenstunden Männer und Frauen für tatsächlich geleistete Haushaltsarbeit angeben, scheinen sich die befragten Männer der Studie zu überschätzen.

Frauen geben deutlich mehr Wochenstunden im Haushalt an

Männer verbringen laut Bertelsmann-Studie durchschnittlich 6,7 Stunden in der Woche mit Kochen, Wäsche und ähnlichen Aufgaben. Bei Frauen sind es fast vier Stunden mehr (insgesamt 10,6 Stunden). Auch wenn Frauen und Männer jeweils angeben, sich ganz allein um den Haushalt zu kümmern, unterscheidet sich der zeitliche Aufwand deutlich: Männer investieren demnach dann 8,8 Wochenstunden, Frauen 13,6 Wochenstunden.

Unsere Quellen:

BR Online am 29.01.2025

Das bisschen Haushalt - Männer überschätzen ihren Beitrag

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Wer putzt? Wer kauft ein? Wer bügelt? Laut einer Umfrage überschätzen Männer ihren Beitrag zur Hausarbeit. 68 Prozent gaben an, dass sich beide gemeinsam kümmern - nur 44 Prozent der Frauen bestätigten das. Auch der Zeitaufwand unterscheidet sich.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Morgen am.

Spülen, Kochen, Windeln wechseln, mit den Kleinen zum Kinderarzt gehen: Bei der Einschätzung, wer sich in welchem Umfang für Hausarbeit und Kinderbetreuung einsetzt, fällt das Ergebnis bei Männern und Frauen sehr unterschiedlich aus. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 1.620 Personen zwischen 18 bis 65 Jahren, die das Institut Arbeit und Qualifikation im Auftrag der Bertelsmann Stiftung (externer Link) durchgeführt hat.

Das Ergebnis: Männer überschätzen ihren eigenen Beitrag für die Haus- und Sorgearbeit.

Stark unterschiedliche Wahrnehmungen bei Männern und Frauen

Gut zwei Drittel (68 Prozent) der befragten Männer gaben an, dass beide Partner "gemeinsam" oder "meistens gemeinsam" für den Haushalt zuständig seien. Unter den Frauen sagten dagegen nur 44 Prozent, dass die Aufgaben gleich verteilt seien.

Auch der Zeitaufwand unterscheidet sich erheblich: In Beziehungen, wo beide vermeintlich gemeinsam den Haushalt schmeißen, machen die Männer fast vier Stunden weniger Hausarbeit pro Woche. Noch eklatanter ist der Unterschied bei der Kinderbetreuung - sogar in Partnerschaften, in denen beide angeben, dass die Verantwortung für die Kinder weitgehend gleich verteilt sei. Hier investieren Väter nach eigener Einschätzung im Schnitt 17,5 Stunden pro Woche und Frauen 27,5 Stunden.

Zufriedenheit auf einer Skala von null bis zehn

Die Stiftung stellt fest: Frauen sind im Durchschnitt unzufriedener mit der Aufteilung von Erwerbs-, Haushalts- und Sorgearbeit als Männer. Auf einer Skala von null bis zehn Punkten kommen Männer im Schnitt auf 7,7 Punkte und Frauen auf 6,8 Punkte. Das sei ein erheblicher Unterschied, sagte Arbeitsmarktexpertin Luisa Kunze. Viele Frauen seien durch ihre Mehrfachbelastung stark beansprucht. Hinzu komme mitunter der gesamtgesellschaftliche Druck auf sie, mehr Zeit in den Arbeitsmarkt zu investieren.

Ungleiche Aufgabenaufteilung geht zulasten der Frauen

Männer leisteten bei Haus- und Sorgearbeit "deutlich weniger" als ihre Partnerinnen, so das Fazit. Die Stiftung appellierte an Männer, ihre Verantwortung für Haushalt und Familie stärker wahrzunehmen und auch Angebote wie Brückenteilzeit und flexible Arbeitszeitmodelle häufiger in Anspruch zu nehmen.

"Solange traditionelle Geschlechterrollen die Ungleichverteilung von Haus- und Sorgearbeit zementieren, beschränken wir die Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt mit entsprechenden Folgen für Einkommen und Renten. Und wir verschärfen den Fachkräftemangel ", betonte Studien-Expertin Michaela Hermann.

Mit Informationen von dpa, AFP und epd

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Ältere Menschen in Deutschland haben in sehr unterschiedlichem Maß die Chance zu gesellschaftlicher Teilhabe. Der Altersbericht der Bundesregierung hat aufgezeigt, wo die Probleme liegen. Verschiedene Lösungsansätze liegen auf dem Tisch.

SWR Online am 29.01.2025

Gleichberechtigung im Haushalt? Männer überschätzen sich laut Studie

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70 Prozent der Männer sagen in einer Studie, dass die Hausarbeit in ihrer heterosexuellen Partnerschaft gleich verteilt ist. Ein Vergleich der investierten Stunden gibt ihnen unrecht - und damit sind viele Frauen unzufriedener.

Haushalt in Beziehungen: Frauen investieren mehr Zeit in Hausarbeit als Männer

Eine Onlinebefragung der Bertelsmann Stiftung kommt zum Ergebnis, dass es wohl eine verzerrte Wahrnehmung in heterosexuellen Beziehungen gibt, wenn es ums Thema Haushalt geht. Männer geben an, dass die Aufgaben in puncto Hausarbeit und Kinderbetreuung gleichverteilt ist, deutlich weniger Frauen bestätigen das. In Zahlen bedeutet das:

  •  Frauen investieren im Schnitt 10,6 Stunden pro Woche für Haushaltsaufgaben - Männer 6,7 Stunden
  •  Frauen verbringen im Schnitt 27,5 Stunden pro Woche mit der Kinderbetreuung - Männer 17,5 Stunden
  •  68 Prozent der Männer geben an, dass beide Partner "gemeinsam" oder "meistens gemeinsam" für Haushaltsaufgaben zuständig sind, nur 44 Prozent der Frauen bestätigen das.

Und auch, wenn beide in der Beziehung Vollzeit arbeiten, empfinden Männer die Zuständigkeit für Haushaltsaufgaben glechverteilter als Frauen: So gaben 70,2 Prozent der Männer in diesem Fall an, dass beide Partner "gemeinsam" oder "meistens gemeinsam" für Haushaltsaufgaben zuständig sind. Knapp 50 Prozent der vollzeitbeschäftigten Frauen sagten dasselbe.

Strategische Inkompetenz: Was ist das und gefährdet das meine Beziehung?

Du denkst jetzt: " Boa, das ist aber Männerbashing! ". Nein, darum gehts uns nicht. Unser SWR3 Comedy-Kollege Steffen Auer hat das Thema gemeinsam mit SWR3 Kollegin Manuela Rid gut (und superlustig) aufn Punkt gebracht.

1:16 min

Gleichberechtigung im Haushalt und der Beziehung: So läufts in SWR3Land

Und auch SWR3 Hörerin Brigitte hats in SWR3 Now wahrscheinlich mit Humor gesehen und uns geschrieben: " Partnerschaft heißt: der Partner schaf(f)t. " und Hörerin Nina meldete sich, um ihren Mann zu loben:

Wenn ich meinen Mann nicht hätte - der macht richtig viel bei uns! Der ist auch mein Motor. Wir machen auch viel zusammen. Ich kann mich überhaupt nicht beklagen, mein Mann macht das supertoll!

Lasst uns in den Austausch gehen, SWR3Land! Wo habt ihr euch schon mal überschätzt, wie habt ihr es geschafft, für mehr Gleichberechtigung in der Beziehung zu sorgen und wo werdet ihr euch einfach nicht einig? Schreibt es uns in die Kommentare!

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir dir, woher wir unsere Infos haben!

"Die Studie ist der zweite Teil einer Veröffentlichungsreihe des Projekts "Spannungsfeld Vereinbarkeit: Onlinebefragung zur Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit im Paarkontext", das das Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat. Die Datengrundlage bildet eine Onlinebefragung von 2.523 Frauen und Männern im erwerbsfähigen Alter (18-65 Jahre). Die Befragung wurde zwischen dem 19.12.2023 und dem 19.1.2024 vom Umfragezentrum Bonn und einem Online-Access-Panel mit Incentivierung von bilendi durchgeführt. Sie wurde im Rahmen der ESOMAR-Richtlinie durchgeführt, das für die Erhebung genutzte Panel ist nach ISO 20252:2019 zertifiziert.", so die Bertelsmann Stiftun.

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Juraforum.de am 29.01.2025

Männer überschätzen ihren Beitrag zur Hausarbeit - ungleiche Verteilung hemmt Erwerbsarbeit von Frauen

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Gütersloh, 29.01.2025. Mehr als zwei Drittel der befragten Männer (68 Prozent) sagen, dass beide Partner:innen "gemeinsam" oder zumindest "meistens gemeinsam" für Aufgaben im Haushalt zuständig sind. Frauen sehen das allerdings ganz anders: nur 44 Prozent von ihnen geben an, dass die Aufgaben gleich verteilt sind. Ähnlich unterschiedlich ist die Wahrnehmung, wenn es um die klassische, getrennte Zuständigkeit für den Haushalt geht: in 54 Prozent der Fälle sehen Frauen die Zuständigkeit immer oder meistens bei sich selbst. Demgegenüber sagen nur knapp 22 Prozent der Männer, dass die Zuständigkeit zumeist bei ihrer Partnerin liegt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Onlinebefragung, die das Institut Arbeit und Qualifikation im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat. Befragt wurden gut 1.600 Personen im erwerbsfähigen Alter von 18 bis 65 Jahren, die zum Zeitpunkt der Befragung in einer heterosexuellen Beziehung lebten.

An den unterschiedlichen Wahrnehmungen ändert sich auch dann nichts, wenn man nur die Haushalte betrachtet, in denen beide Partner:innen in Vollzeit arbeiten. Während 70 Prozent der Männer mit Vollzeitjobs angeben, dass sich beide gemeinsam oder meist gemeinsam um den Haushalt kümmern, sagen das nur 49 Prozent der Frauen. "Auch wenn beide in vollem Umfang erwerbstätig sind, führt das nicht automatisch zu einer gleichmäßigeren Aufteilung der Haushaltsaufgaben", sagt Michaela Hermann, Arbeitsmarktexpertin der Bertelsmann Stiftung. "Solange traditionelle Geschlechterrollen die Ungleichverteilung von Haus- und Sorgearbeit zementieren, beschränken wir die Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt mit entsprechenden Folgen für Einkommen und Renten. Und wir verschärfen den Fachkräftemangel."

Frauen investieren deutlich mehr Zeit in Hausarbeit und Kinderbetreuung

Das unterschiedliche Verständnis von einer gleichmäßigen Verteilung der Aufgaben zeigt sich auch beim Zeitaufwand, den Männer und Frauen für Jobs im Haushalt und für die Kinderbetreuung angeben. Selbst bei den Befragten, die das Prinzip "Wir machen das gemeinsam" bejahen, geben Männer an, pro Woche 6,7 Stunden für den Haushalt zu investieren. Bei Frauen sind es 10,6 Stunden - also deutlich mehr. Noch eklatanter ist der Unterschied bei der Kinderbetreuung. In Paaren mit gemeinsamer Sorgeverantwortung investieren Männer nach eigener Einschätzung durchschnittlich 17,5 Stunden, bei Frauen sind es dagegen 27,5 Stunden pro Woche.

Wenig überraschend ist, dass ein Großteil der Frauen unzufrieden ist mit der Aufteilung von Erwerbs-, Haushalts- und Sorgearbeit im gemeinsamen Haushalt. Auf einer Elf-Punkte-Zufriedenheitsskala liegen die Männer bei 7,7 Punkten, die Frauen nur bei 6,8. Insgesamt sind Frauen deutlich zufriedener, wenn beide Partner gemeinsam für Haushaltsaufgaben zuständig sind (7,6), als wenn sie allein dafür zuständig sind (5,9).

Verantwortung der Männer stärker in den Blick nehmen

Damit Frauen Zeit für mehr Erwerbsarbeit haben, muss folglich in vielen Partnerschaften die Hausarbeit anders verteilt werden. "Wir dürfen uns nicht wundern, wenn Frauen nach der Kinderphase nicht wieder voll erwerbstätig sind", sagt Luisa Kunze, Arbeitsmarktexpertin der Bertelsmann Stiftung. "Männer müssen ihre Verantwortung in Haushalt und Familie stärker wahrnehmen und für diesen Zweck auch Angebote wie Brückenteilzeit und flexible Arbeitszeitmodelle häufiger in Anspruch nehmen." Damit das gelingt, müssten auch Betriebe ihren Beitrag leisten. "Führungsaufgaben in Teilzeit oder Rücksichtnahme auf Kita-Schließzeiten sollten auch für Männer normal sein und vom Arbeitgeber offensiv angeboten werden."

Zusatzinformationen:

Die Studie ist der zweite Teil einer Veröffentlichungsreihe des Projekts "Spannungsfeld Vereinbarkeit: Onlinebefragung zur Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit im Paarkontext", das das Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat. Die Datengrundlage bildet eine Onlinebefragung von 2.523 Frauen und Männern im erwerbsfähigen Alter (18-65 Jahre). Die Befragung wurde zwischen dem 19.12.2023 und dem 19.1.2024 vom Umfragezentrum Bonn und einem Online-Access-Panel mit Incentivierung von bilendi durchgeführt. Sie wurde im Rahmen der ESOMAR-Richtlinie durchgeführt, das für die Erhebung genutzte Panel ist nach ISO 20252:2019 zertifiziert.

Ansprechpartnerinnen:

Luisa Kunze, Telefon: 0 30 27 57 88-175
E-Mail: luisa.kunze@bertelsmann-stiftung.de

Michaela Hermann, Telefon: 0 52 41 81 81-295
E-Mail: michaela.hermann@bertelsmann-stiftung.de

Quelle: idw

mdr Online am 29.01.2025

Männer überschätzen ihren Beitrag zur Hausarbeit deutlich

Männer gehen davon aus, dass die Arbeit im Haushalt zwischen ihnen und ihrer Partnerin gleich verteilt ist. Doch mit dieser Einschätzung liegen sie daneben - und erschweren damit den Frauen die Teilhabe am Arbeitsmarkt, wie eine Studie der Bertelmann-Stiftung ergeben hat.

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Mehr als zwei Drittel der befragten Männer (68 Prozent) sagen, dass beide Partner "gemeinsam" oder zumindest "meistens gemeinsam" für Aufgaben im Haushalt zuständig sind. Frauen sehen das allerdings ganz anders: nur 44 Prozent von ihnen geben an, dass die Aufgaben gleich verteilt sind. Ähnlich unterschiedlich ist die Wahrnehmung, wenn es um die klassische, getrennte Zuständigkeit für den Haushalt geht: in 54 Prozent der Fälle sehen Frauen die Zuständigkeit immer oder meistens bei sich selbst. Demgegenüber sagen nur knapp 22 Prozent der Männer, dass die Zuständigkeit zumeist bei ihrer Partnerin liegt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Onlinebefragung, die das Institut Arbeit und Qualifikation im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat. Befragt wurden gut 1.600 Personen im erwerbsfähigen Alter von 18 bis 65 Jahren, die zum Zeitpunkt der Befragung in einer heterosexuellen Beziehung lebten

Verantwortung der Männer stärker in den Blick nehmen

An den unterschiedlichen Wahrnehmungen ändert sich auch dann nichts, wenn man nur die Haushalte betrachtet, in denen beide Partner in Vollzeit arbeiten. Während 70 Prozent der Männer mit Vollzeitjobs angeben, dass sich beide gemeinsam oder meist gemeinsam um den Haushalt kümmern, sagen das nur 49 Prozent der Frauen. "Auch wenn beide in vollem Umfang erwerbstätig sind, führt das nicht automatisch zu einer gleichmäßigeren Aufteilung der Haushaltsaufgaben", sagt Michaela Hermann, Arbeitsmarktexpertin der Bertelsmann Stiftung. "Solange traditionelle Geschlechterrollen die Ungleichverteilung von Haus- und Sorgearbeit zementieren, beschränken wir die Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt mit entsprechenden Folgen für Einkommen und Renten. Und wir verschärfen den Fachkräftemangel."

Damit Frauen Zeit für mehr Erwerbsarbeit haben, muss folglich in vielen Partnerschaften die Hausarbeit anders verteilt werden. "Wir dürfen uns nicht wundern, wenn Frauen nach der Kinderphase nicht wieder voll erwerbstätig sind", sagt Luisa Kunze, Arbeitsmarktexpertin der Bertelsmann Stiftung. "Männer müssen ihre Verantwortung in Haushalt und Familie stärker wahrnehmen und für diesen Zweck auch Angebote wie Brückenteilzeit und flexible Arbeitszeitmodelle häufiger in Anspruch nehmen." Damit das gelingt, müssten auch Betriebe ihren Beitrag leisten. "Führungsaufgaben in Teilzeit oder Rücksichtnahme auf Kita-Schließzeiten sollten auch für Männer normal sein und vom Arbeitgeber offensiv angeboten werden."

Mehr zur Studie der Bertelsmann-Stiftung erfahren Sie hier.

cdi/pm

Ihre Vorsorge (Internet-Publikation) am 29.01.2025

Haushalt, Kinder, Job: Frauen mit Aufteilung unglücklicher

Haushalt, Kinderbetreuung? Wer macht wie viel? Die Einschätzungen und Wahrnehmungen von Männern und Frauen fallen hier laut einer Befragung sehr unterschiedlich aus.

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Bei der Hausarbeit sind meist noch immer die Frauen gefordert - auch wenn nicht alle Männer das so sehen.

Gütersloh ( dpa ). Spülen, Kochen, Windeln wechseln, mit den Kleinen zum Kinderarzt gehen: Bei der Einschätzung, wer sich in welchem Umfang für Hausarbeit und Kinderbetreuung einsetzt, fällt das Ergebnis bei Männern und Frauen sehr unterschiedlich aus. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 1.620 Personen zwischen 18 bis 65 Jahren, die das Institut Arbeit und Qualifikation im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat. Als ein Fazit stellt die Analyse heraus: Männer überschätzen ihren eigenen Beitrag für die Haus- und Sorgearbeit.

Zufriedenheit auf einer Skala von null bis zehn

Die Stiftung stellt fest: Frauen sind im Durchschnitt unzufriedener mit der Aufteilung von Erwerbs-, Haushalts- und Sorgearbeit als Männer. Auf einer Skala von null bis zehn Punkten kommen Männer im Schnitt auf 7,7 Punkte und Frauen auf 6,8 Punkte. Das sei ein erheblicher Unterschied, sagte Arbeitsmarktexpertin Luisa Kunze auf dpa -Anfrage.

Es gebe zwar keine direkten Vergleichszahlen, man gehe aber davon aus, dass dieser Zufriedenheitswert sich in den vergangenen Jahren nicht verbessert, womöglich noch etwas abgenommen habe, ergänzte Mitautorin Michaela Hermann. Viele Frauen seien durch ihre Mehrfachbelastung stark beansprucht, hinzu komme mitunter der gesamtgesellschaftliche Druck auf sie, mehr Zeit in den Arbeitsmarkt zu investieren.

Stark unterschiedliche Wahrnehmungen bei Männern und Frauen

Gut zwei Drittel (68 Prozent) der befragten Männer gaben an, dass beide Partner "gemeinsam" oder "meistens gemeinsam" für den Haushalt zuständig seien. Unter den Frauen sagten dagegen nur 44 Prozent, dass die Aufgaben gleich verteilt seien. Zugleich meinen knapp 22 Prozent der Männer, dass die Zuständigkeit meistens oder immer bei ihrer Partnerin liege. Fragt man die Frauen, sagen das allerdings 54 Prozent.

Geht es um die Kinderbetreuung, unterscheiden sich die Einschätzungen ebenfalls deutlich. Das gelte sogar für Partnerschaften, in denen beide angeben, dass die Verantwortung für die Kinder weitgehend gleich verteilt sei: Hier investieren Väter nach eigener Einschätzung im Schnitt 17,5 Stunden pro Woche und Frauen 27,5 Wochenstunden.

INGENIEUR.de am 29.01.2025

Mehr Hausarbeit, weniger Karriere: Warum Frauen mehr leisten als Männer

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Die ungleiche Arbeitsteilung im Haushalt hindert Frauen daran, voll am Arbeitsmarkt teilzunehmen.

Hausarbeit vs. Karriere: Wie ungleiche Verteilung Frauen ausbremst.

Männer und Frauen im Haushalt - eigentlich längst keine Diskussion mehr wert. Die Zeiten, in denen die Frau alleine am Herd stand, sind vorbei. Heute werden die Aufgaben im Haushalt geteilt, doch eine aktuelle Studie zeigt, dass diese Teilung oft weniger fair ist, als es scheint.

Die ungleiche Arbeitsteilung im Haushalt hindert Frauen daran, voll am Arbeitsmarkt teilzunehmen. Männer denken oft, dass die Aufgaben im Haushalt fair verteilt sind. Doch ein genauerer Blick auf die tatsächliche Zeit, die jeder investiert, zeigt, dass die Männer viel weniger tun. Während sie mit der Verteilung zufrieden sind, fühlen sich die Frauen deutlich unzufriedener.

Gleichberechtigung im Haushalt? Männer und Frauen sehen das unterschiedlich

Mehr als zwei Drittel der befragten Männer (68 %) denken, dass beide Personen einer Partnerschaft "gemeinsam" oder zumindest "meistens gemeinsam" für den Haushalt zuständig sind. Frauen sehen das anders: Nur 44 % geben an, dass die Aufgaben gleich verteilt sind. Auch bei der klassischen Arbeitsteilung ist die Wahrnehmung unterschiedlich: 54 % der Frauen sehen die Zuständigkeit meist oder immer bei sich selbst. Bei den Männern sagen nur etwa 22 %, dass ihre Partnerin hauptsächlich zuständig ist. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts Arbeit und Qualifikation im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, an der rund 1600 Personen im erwerbsfähigen Alter teilnahmen.

Auch in Haushalten, in denen beide Personen Vollzeit arbeiten, bleibt die Wahrnehmung unterschiedlich. 70 % der Männer mit Vollzeitjob sagen, dass sie den Haushalt gemeinsam oder meistens gemeinsam führen. Bei den Frauen sind es nur 49 %. "Auch wenn beide in vollem Umfang erwerbstätig sind, führt das nicht automatisch zu einer gleichmäßigeren Aufteilung der Haushaltsaufgaben", erklärt Michaela Hermann, Arbeitsmarktexpertin der Bertelsmann Stiftung in einer Pressemitteilung. "Solange traditionelle Geschlechterrollen die Ungleichverteilung von Haus- und Sorgearbeit zementieren, beschränken wir die Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt mit entsprechenden Folgen für Einkommen und Renten. Und wir verschärfen den Fachkräftemangel."

STELLENANGEBOTE IM BEREICH FORSCHUNG & LEHRE

Frauen übernehmen mehr Haushalts- und Betreuungsarbeit

Der Unterschied in der Wahrnehmung einer gleichmäßigen Aufgabenverteilung zeigt sich auch beim Zeitaufwand für Haushalt und Kinderbetreuung. Männer, die sagen, sie erledigen den Haushalt gemeinsam, geben an, wöchentlich 6,7 Stunden dafür aufzuwenden. Frauen dagegen investieren 10,6 Stunden - also deutlich mehr. Der Unterschied ist noch größer bei der Kinderbetreuung. In Partnerschaften mit geteiltem Sorgerecht verbringen Männer im Durchschnitt 17,5 Stunden pro Woche damit, Frauen hingegen 27,5 Stunden.

Es ist wenig überraschend, dass viele Frauen mit der Aufteilung von Arbeit, Haushalt und Kinderbetreuung unzufrieden sind. Auf einer Zufriedenheitsskala von 1 bis 11 liegen die Männer bei 7,7 Punkten, die Frauen nur bei 6,8. Frauen sind deutlich zufriedener, wenn beide Partner die Haushaltsaufgaben gemeinsam erledigen (7,6), als wenn sie alleine dafür verantwortlich sind (5,9).

Warum Männer mehr Verantwortung im Haushalt übernehmen müssen

Um Frauen mehr Zeit für Erwerbsarbeit zu ermöglichen, muss in vielen Partnerschaften die Hausarbeit anders verteilt werden. Luisa Kunze, Arbeitsmarktexpertin der Bertelsmann Stiftung, erklärt, dass es kein Wunder sei, wenn Frauen nach der Kinderphase nicht wieder voll erwerbstätig sind. Sie betont, dass Männer mehr Verantwortung im Haushalt und in der Familie übernehmen sollten und dafür Angebote wie Brückenteilzeit und flexible Arbeitszeiten öfter nutzen müssten. Auch Unternehmen müssten ihren Teil dazu beitragen. "Führungsaufgaben in Teilzeit oder Rücksichtnahme auf Kitaschließzeiten sollten auch für Männer normal sein und vom Arbeitgeber offensiv angeboten werden."

Die Studie ist der zweite Teil einer Reihe des Projekts "Spannungsfeld Vereinbarkeit: Onlinebefragung zur Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit in Partnerschaften". Sie wurde vom Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt. Grundlage der Studie ist eine Onlinebefragung von 2523 Frauen und Männern im erwerbsfähigen Alter (18 bis 65 Jahre), die zwischen dem 19. 12. 2023 und dem 19. 1. 2024 vom Umfragezentrum Bonn und einem Online-Panel von Bilendi durchgeführt wurde.

EIN BEITRAG VON:

Redakteurin beim VDI-Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs. Sie schreibt über Karriere und Technik.

Yahoo! Deutschland (Internet-Publikation) am 30.01.2025

Haushalt, Kinder, Job: Frauen mit Aufteilung unglücklicher

Zum Originalbeitrag

dpa

Gütersloh (dpa) - Spülen, Kochen, Windeln wechseln, mit den Kleinen zum Kinderarzt gehen: Bei der Einschätzung, wer sich in welchem Umfang für Hausarbeit und Kinderbetreuung einsetzt, fällt das Ergebnis bei Männern und Frauen sehr unterschiedlich aus. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 1.620 Personen zwischen 18 bis 65 Jahren, die das Institut Arbeit und Qualifikation im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat. Als ein Fazit stellt die Analyse heraus: Männer überschätzen ihren eigenen Beitrag für die Haus- und Sorgearbeit.

Zufriedenheit auf einer Skala von null bis zehn

Die Stiftung stellt fest: Frauen sind im Durchschnitt unzufriedener mit der Aufteilung von Erwerbs-, Haushalts- und Sorgearbeit als Männer. Auf einer Skala von null bis zehn Punkten kommen Männer im Schnitt auf 7,7 Punkte und Frauen auf 6,8 Punkte. Das sei ein erheblicher Unterschied, sagte Arbeitsmarktexpertin Luisa Kunze auf dpa-Anfrage.

Es gebe zwar keine direkten Vergleichszahlen, man gehe aber davon aus, dass dieser Zufriedenheitswert sich in den vergangenen Jahren nicht verbessert, womöglich noch etwas abgenommen habe, ergänzte Mitautorin Michaela Hermann. Viele Frauen seien durch ihre Mehrfachbelastung stark beansprucht, hinzu komme mitunter der gesamtgesellschaftliche Druck auf sie, mehr Zeit in den Arbeitsmarkt zu investieren.

Stark unterschiedliche Wahrnehmungen bei Männern und Frauen

Gut zwei Drittel (68 Prozent) der befragten Männer gaben an, dass beide Partner "gemeinsam" oder "meistens gemeinsam" für den Haushalt zuständig seien. Unter den Frauen sagten dagegen nur 44 Prozent, dass die Aufgaben gleich verteilt seien. Zugleich meinen knapp 22 Prozent der Männer, dass die Zuständigkeit meistens oder immer bei ihrer Partnerin liege. Fragt man die Frauen, sagen das allerdings 54 Prozent.

Geht es um die Kinderbetreuung, unterscheiden sich die Einschätzungen ebenfalls deutlich. Das gelte sogar für Partnerschaften, in denen beide angeben, dass die Verantwortung für die Kinder weitgehend gleich verteilt sei: Hier investieren Väter nach eigener Einschätzung im Schnitt 17,5 Stunden pro Woche und Frauen 27,5 Wochenstunden.

Ungleiche Aufgabenaufteilung geht zulasten der Frauen

Männer leisteten bei Haus- und Sorgearbeit "deutlich weniger" als ihre Partnerinnen, folgert die Stiftung. Die ungleiche Aufgabenaufteilung daheim erschwere die Teilhabe der Frauen am Arbeitsmarkt. Männer sollten stärker in flexiblen Arbeitszeitmodellen tätig sein und Betriebe entsprechende Angebote machen. "Solange traditionelle Geschlechterrollen die Ungleichverteilung von Haus- und Sorgearbeit zementieren, beschränken wir die Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt mit entsprechenden Folgen für Einkommen und Renten. Und wir verschärfen den Fachkräftemangel", betonte Michaela Hermann.

Alle weiteren Quellen: Cellesche Zeitung Online • DEWEZET Online • Dresdner Neueste Nachrichten Online • Elbe-Jeetzel-Zeitung Online • Gelnhäuser Neue Zeitung online • Göttinger Tageblatt Online • Harke online, Die • HAZ.de Hannoversche Allgemeine Online • KN Kieler Nachrichten Online • Kölnische Rundschau Online • Landeszeitung für die Lüneburger Heide Online • Leipziger Volkszeitung Online • Lübecker Nachrichten Online • Mittelbayerische Online • Märkische Allgemeine Online • Neue Deister Zeitung Online • Neue Presse Online • Oberhessische Presse Online • Ostsee-Zeitung Online • PAZ Peiner Allgemeine Zeitung Online • Radio Ramasuri Online • Rems Zeitung Online • Remscheider General-Anzeiger rga. Online • RND - Redaktionsnetzwerk Deutschland • Schaumburger Nachrichten Online • Siegener Zeitung Online • Solinger Tageblatt Online • SZ | LZ Schaumburger Zeitung & Landes-Zeitung Online • Sächsische.de (Sächsische Zeitung) • Torgauer Zeitung Online • Täglicher Anzeiger Holzminden Online • Wolfsburger Allgemeine / Aller Zeitung Online

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Furche, Die (Wochenzeitung) vom 30.01.2025, S. 6

Gefolgsmann der Schamanen

Ist Südkoreas Opposition von nordkoreanischen Agenten durchsetzt? Das behauptet zumindest der abgesetzte Präsident Yoon Suk-yeol, der einen Staatsstreich angezettelt hatte. Nun droht ihm die Todesstrafe.

Yoon Suk-yeol hatte am 3. Dezember 2024 rund 5000 Soldaten mobilisiert. Einen Teil der Truppen beorderte er zur Wahlaufsichtsbehörde. Yoon war überzeugt, die jüngsten Parlamentswahlen wären zugunsten der sozialliberalen Opposition manipuliert worden. Um das zu beweisen, sollte das Militär die Server der Wahlkommission beschlagnahmen, den Mitarbeitern entsprechende Geständnisse entlocken. Fast zeitgleich stürmten weitere Einheiten das Parlament. Für sie galt es eine Reihe von Abgeordneten zu verhaften, um zu verhindern, dass die Nationalversammlung für die Aufhebung des von Yoon verhängten Kriegsrechts stimmte.

Yoon legitimierte seine Vorgehensweise, indem er behauptete, die sozialliberale Oppositionspartei DP missbrauche ihre Mehrheit im Parlament, sabotiere durch Amtsenthebungsverfahren die Regierungsarbeit. In seiner nächtlichen Fernsehansprache erklärte er schließlich, das Parlament sei eine "Räuberhöhle",die von "pronordkoreanischen staatsfeindlichen Kräften" durchsetzt sei. Diese wolle er "ausrotten", um die Ordnung wiederherzustellen.

Regierung spielt zwielichtige Rolle

Die Behauptung, bei der Opposition handle sich um nordkoreanische Agenten, entbehrt jeder Grundlage. Auch ist das südkoreanische Kriegsrecht keinesfalls dazu gedacht, Konflikte zwischen Regierung und Opposition zu lösen. Zudem waren weder die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen für die Verhängung des Kriegsrechts gegeben, noch hatte Yoon die erforderlichen Verfahrensschritte eingehalten. Noch gravierender ist, dass die Beeinträchtigung des Parlaments und die Verhaftung von Abgeordneten selbst unter Kriegsrecht verfassungswidrig ist.

Damit kommt zu Amtsmissbrauch und Verfassungsbruch noch der Straf bestand des Aufruhrs hinzu. Das bedeutet, dass der mittlerweile entmachtete Yoon, dessen Prozess binnen der nächsten sechs Monate beginnen soll, zum Tode verurteilt werden könnte (die letzte Hinrichtung im Land fand vor etwa 25 Jahren statt). Und dies scheint nicht unwahrscheinlich, da die zentralen Handlanger der Verschwörung aus Militär und Polizei bereits kurz nach dem Putsch verhaftet wurden und Yoon mit ihren Aussagen schwer belasten.

Rädelsführer Yoon konnte sich zunächst noch dem Zugriff der Ermittlungsbehörden entziehen. Er hatte sich mit seinem Sicherheitsdienst in seiner Residenz verschanzt, bis schließlich die Polizei mit einem Großaufgebot das Anwesen stürmte und ihn verhaftete. Yoon sieht sich jedoch im Recht und ließ seine Anhänger wissen, dass er "mit ihnen gemeinsam bis zum Ende kämpfen" werde. Als ein Seouler Gericht später die Verlängerung seiner Untersuchungshaft bestätigte, stürmte ein rechtsextremer Mob das Gebäude, um die zuständige Richterin zu lynchen. Es kam zu einem exzessiven Gewaltausbruch, der sich an der Inneneinrichtung und den heraneilenden Polizisten entlud. Nach dem Anschlag auf die Legislative wurde nun die Judikative angegriffen. Wie es zu all dem kommen konnte, wird nun aufgearbeitet.

Der Blick richtet sich natürlich zunächst auf den Rädelsführer. Als Yoon 2022 überraschend Präsident wurde, hatte er rund dreißig Jahre als hartgesottener Staatsanwalt hinter sich. Das heißt, er war auf binäres Denken, grundsätzliches Misstrauen und konfrontatives Agieren trainiert. Auch hatte er keine Erfahrung mit demokratischen Aushandlungs-und Entscheidungsprozessen und verfügte über keine gewachsenen Netzwerke in Politik und Gesellschaft, die ihn gegebenenfalls im Zaum hätten halten können.

Das machte ihn empfänglich für Stichwortgeber wie Schamanen, Wahrsager oder seine umtriebige Ehefrau, der Aktienmanipulation und andere Korruption vorgeworfen werden. Vor allem aber scheinen ihn die Verschwörungstheorien rechtsextremer Youtube-Kanäle geprägt zu haben, über die er sich hauptsächlich informiert. Es ist auch kein Geheimnis, dass er stark narzisstische Züge hat, beratungsresistent ist, oft Wutanfälle bekommt und gerne trinkt. Keine guten Voraussetzungen für einen Staatspräsidenten, einen kühlen Kopf zu bewahren und ausgewogene Entscheidungen zu treffen. Den Steigbügel zur Machtübernahme hatte ihm jedoch die rechtskonservative PPP gehalten, als sie Yoon 2021 zu ihrem Präsidentschaftskandidaten kürte.

Für die Rechtskonservativen war die Amtsenthebung ihrer ehemaligen Präsidentin Park Geun-hye vier Jahre zuvor ein Trauma, das sie mit einem Wahlsieg überwinden wollten. Deshalb bemühte sich die PPP um eine besonders starke Galionsfigur, die die notwendigen Stimmen liefern konnte.

Yoon war mit seinem Image als Verfechter von Law and Order, der sich sogar mit der damaligen DP-Regierung angelegt hatte, der passende Kandidat dafür. Für einen hauchdünnen Sieg war sicher nicht unwichtig, dass er mit seiner reaktionären Rhetorik am rechten Rand nach Stimmen fischte.

Denn auch in Südkorea hat der neoliberale Druck auf die Menschen zugenommen und zu einer extrem fragmentierten und hochkompetitiven Ellenbogengesellschaft geführt, in der immer mehr Menschen verunsichert und damit auch empfänglich für einfache Welterklärungen und wohlklingende Versprechungen sind. Präsident Yoon konnte diese Versprechen jedoch nicht einlösen und brachte durch seinen zunehmend autoritären Regierungsstil die Mehrheit gegen sich auf. Er bestrafte kritische Medienberichterstattung, erklärte Gewerkschaften zu kriminellen Organisationen und umging die Oppositionsmehrheit im Parlament immer häufiger durch Präsidialdekrete. Umfragewerte belegen, dass er sich zum bisher unbeliebtesten Präsidenten Südkoreas entwickelte.

Als Yoon dann bei den Parlamentswahlen im April schließlich für seine desaströse Regierungsführung abgestraft wurde und die oppositionelle DP einen überwältigenden Wahlsieg errang, waren für ihn wohl auch die letzten Zweifel an dem lange erwogenen Staatsstreich ausgeräumt. Dass ihm die Oppositionsmehrheit in der Folge die Daumenschrauben immer fester anzog, dürfte ihn in dieser Haltung noch bestärkt haben. Daraus aber eine Mitverantwortung der DP für den Putsch abzuleiten, wäre eine gefährlich irreführende Relativierung der tatsächlich Schuldigen.

Denn neben Yoon selbst war es vor allem die untätige Regierungspartei PPP, die die Eskalation im Vorfeld hätte stoppen können und müssen. Sie scheint sich sogar dem Himmelfahrtskommando angeschlossen zu haben. In der Putschnacht versuchte sie, die Aufhebung des Kriegsrechts zu verhindern. Später nutzte sie ihre Sperrminorität, um das Amtsenthebungsverfahren gegen Yoon zu sabotieren, und nun versucht sie, die laufenden Gerichtsverfahren gegen Yoon zu hintertreiben.

Wie stabil ist die Demokratie?

Südkoreas Entwicklung galt seit seinem wirtschaftlichen Aufstieg und der Demokratisierung Ende der 1980er Jahre als Erfolgsgeschichte. Selbst der jüngsten globalen Autokratisierungswelle schien Südkorea zu trotzen und diente der politikwissenschaftlichen Literatur als Paradebeispiel für Demokratie-Resilienz. Tatsächlich waren es auch dieses Mal wieder die wachsamen Bürgerinnen und Bürger, die in der Putschnacht geistesgegenwärtig sofort zur Nationalversammlung geeilt sind und sich den herannahenden Panzerfahrzeugen mutig entgegengestellt haben. Auch die Medien waren gleich vor Ort und übertrugen live im Fernsehen, wie die schwerbewaffneten Soldaten als Bürger in Uniform ihre Befehle nur mit halber Kraft ausführten und so wahrscheinlich Schlimmeres verhindert haben. Und schließlich funktionieren auch die rechtstaatlichen Verfahren bisher zuverlässig. Das gibt Zuversicht, dass das Land auch diese Herausforderung meistern wird.

Aber der bereits angerichtete Schaden ist groß. Die Staatskrise ist eine Zerreißprobe für die südkoreanische Demokratie.

Der Autor ist Politologe und Ostasienwissenschaftler an der Universität Duisburg-Essen und regelmäßig für Forschungsprojekte in Seoul.

" Der enorme neoliberale Druck im Land hat zu einer extrem fragmentierten und hochkompetitiven Ellenbogengesellschaft geführt. "

infosperber (Internet-Publikation) am 29.01.2025

Das Lobby-Netzwerk Friedrich Merz: Wer wählt, muss es kennen

Der nächste Bundeskanzler Friedrich Merz ist ein Mann der Konzerne. Ein aufschlussreiches Dossier des Recherche-Teams Correctiv.

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Annika Joeres und Gabriela Keller, correctiv.org /

Als Konzern-Anwalt muss Friedrich Merz eine Wucht gewesen sein. Sein früherer Kollege John P. Schmitz gerät noch heute ins Schwärmen. «Wir arbeiteten viele Jahre zusammen bei der Kanzlei Mayer Brown», sagt er. Merz betreute als Senior Counsel bis 2021 wichtige Kunden der Grossindustrie. Die grossen Aufträge gingen über seinen Schreibtisch. «Merz nutzte seine engen Kontakte zur deutschen Wirtschaft, um Mandanten zu gewinnen: Er managte bedeutende Klienten, vor allem DAX-Konzerne.»

John P. Schmitz, zuvor politischer Berater des früheren Präsidenten Ronald Reagan und George H.W. Bush, war wie Merz Partner in der Anwaltsfirma Mayer Brown. Unter ihrer Führung wuchs laut Schmitz der deutsche Ableger der Kanzlei aus Chicago zu einer der wichtigsten Wirtschaftskanzleien in Deutschland an. Der Amerikaner lernte Merz vor rund 30 Jahren bei einem Dinner der Bayer AG in Leverkusen kennen, und ab 2004 arbeiteten beide in der Berliner Kanzlei.

Merz verdiente Millionen mit gut dotierten Jobs in Aufsichts- und Beiräten und mit Aufträgen für Grosskonzerne. BASF bestätigt die Recherchen von Correctiv, wonach Friedrich Merz die Gesellschaft mehrfach als Anwalt vertreten hat. Es habe sich um Aufträge in den Jahren 2010 und 2011 gehandelt. Nun steht Merz kurz davor, Bundeskanzler zu werden - Fleiss müsse wieder im Geldbeutel spürbar werden, heisst der CDU-Slogan. Aber in wessen Geldbeutel? Welche Interessen wird Merz vertreten, wenn er sich bei der Wahl durchsetzt?

Der heikelste Arbeitgeber blieb bisher unbeachtet

Besonders seine frühere Rolle als Aufsichtsratschef des deutschen Ablegers von Blackrock brachte Merz den Ruf ein, den grossen Konzernen sehr nah zu stehen, vielleicht zu nah. Seine Aktivitäten für Mayer Brown blieben bisher weitgehend unbeachtet - obwohl sie politisch weitaus folgenreicher sein könnten.

Correctiv hat recherchiert, für welche Unternehmen er als Jurist und Lobbyberater gearbeitet hat - und deckt bisher unbekannte Verbindungen in die Wirtschaft auf. Zwei Branchen stehen Merz besonders nahe: Die Metallindustrie und damit die Autoindustrie und die chemische Industrie.

Diese Bundestagswahl wird damit auch zur Richtungsentscheidung: Deutschland steckt in einer kritischen Phase. 2024 ist die Wirtschaft erneut geschrumpft, zum zweiten Mal in Folge. Wer jetzt die Mehrheit für seine Ideen gewinnt, wird das Land verändern. Gerade in der Autoindustrie geht es um den Kampf zwischen Verbrennertechnik und Elektromobilität; in der Chemieindustrie um die grössten Nutzer von Energie und damit um die politische Weichenstellung in der Energiewende.

Correctiv hätte gerne von Merz erfahren, wie er mit Interessenkonflikten umgeht, und wie er seine Nähe zu einflussreichen Lobbygruppen bewertet. Aber die Fragen von Correctiv lässt er unbeantwortet - trotz mehrerer Nachfragen.

Eine Anwaltsfirma als «Brücke» für die Konzerne

Im Fokus seiner Laufbahn steht die Tätigkeit bei der Anwaltskanzlei Mayer Brown. 16 Jahre arbeitete er dort, länger als bei jedem anderen seiner Arbeitgeber. Die Kanzlei hat ein besonderes Profil: Sie pflegt enge Verbindungen zu BASF. Laut Konzernangaben hat die Anwaltskanzlei BASF «seit 1983 in einer Vielzahl von Angelegenheiten an verschiedensten Standorten weltweit unterstützt.»

In Brüssel gilt sie als eine der aggressivsten Verbündeten der chemischen Industrie: Sie hat erfolgreich gegen Verbote von gesundheitsschädlichen Chemikalien von BASF geklagt und vertritt derzeit Chemiekonzerne, um ein Verbot der Ewigkeitschemikalien PFAS abzuwenden. Gesetze zu beeinflussen steht im Zentrum der Arbeit von Mayer Brown. Schmitz drückt es so aus: «Wir schlagen Brücken zwischen Unternehmen und Genehmigungsbehörden.» Es gehöre zum Alltag, für die Mandanten Regierungsbeamte zu treffen.

Aber Merz' Lobbykontakte reichen weit über Mayer Brown hinaus und bis in sein aktuelles Netzwerk. Correctiv hat mit derzeitigen und ehemaligen Parteimitgliedern gesprochen, mit CDU-Insidern sowie Weggefährten. Die Recherche offenbart ein Geflecht aus Thinktanks, PR-Strategen und marktliberalen Akteuren, die bereits auf das CDU-Programm eingewirkt haben und von einem Bundeskanzler Friedrich Merz profitieren könnten.

Frühere Auftraggeber - die Dax-Konzerne - könnten ihn als Kanzler in der Gesetzgebung beeinflussen wollen. Etwa, wenn es um Themen wie Mindestlohn oder Umweltgesetze geht. Dann steckt Merz in einem Interessenkonflikt: Soll er den Forderungen, etwa nach einem niedrigen Mindestlohn, den Konzernchefs nachgeben?

«Merz war eine Schlüsselfigur im deutschen Geschäft»

Merz' jahrzehntelange Arbeit für die Industrie hat ihn unweigerlich geprägt. Auch privat trafen sich Schmitz und Merz oft: Der Amerikaner sprang mit Merz über Korsika mit dem Fallschirm ab, lud ihn und republikanische Senatoren zum Dinner in sein Haus bei Washington ein und fuhr über viele Winter mit Merz' Familie auf Schweizer Pisten Ski. Schmitz, Träger des Bundesverdienstkreuzes, schilderte in vier Videogesprächen mit Correctiv seine Zeit mit dem möglichen nächsten Bundeskanzler.

Merz leitete die Berliner Kanzlei von Mayer Brown und stimmte die Aufträge mit den Büros in Frankfurt und Köln ab. «Er war eine Schlüsselfigur in unserem deutschen Geschäft», sagt Schmitz. Auch Schmitz pflegt gute Kontakte in die deutsche Politik. Beispielsweise, so sagt er im Gespräch mit Correctiv, engagierte ihn der frühere CDU-Verkehrsminister Matthias Wissmann als Rechtsberater für die Lufthansa, um das Luftverkehrsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA zu verhandeln. Es trat 2007 in Kraft.

Mayer Brown verteidigte auch 2015, also zu Merz' Zeit in der Kanzlei, Volkswagen gegen die Ansprüche der Autofahrer im Dieselskandal. Heute, so schreibt Mayer Brown auf ihrer Homepage, «pausiere die Tätigkeit von Merz bis auf Weiteres».

Ein Sonderfall: Bei Merz läuft der Drehtür-Effekt umgekehrt

Schon vor seinem Antritt bei Mayer Brown hatte Merz enge Verbindungen zu BASF. Nach dem Jurastudium und einer kurzen Zeit als Richter startete er seine Karriere als Referent beim Verband der chemischen Industrie (VCI) - in dessen Präsidium BASF stets vertreten ist. Mayer Brown vertritt als Kanzlei BASF, den umsatzstärksten Chemiekonzern der Welt. Blackrock, dessen Aufsichtsratsvorsitzender Merz war, ist der grösste Investor bei dem Chemieriesen. Und fast ein Jahrzehnt war Merz Verwaltungsrat bei BASF Antwerpen und leitete dort den Unternehmensbereich «Farben & Pigmente der BASF-Gruppe».

Die Verbindungen von Friedrich Merz zum BASF-Konzern

Die Verbindungen von Merz zum BASF-Konzern © correctiv

Lobbyismus gehört zwar zum politischen Geschäft. Der Drehtüreffekt, bei dem Politiker nach ihrer Amtszeit in die Industrie wechseln, prägt viele Politiker-Karrieren: Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ging zu Gazprom, Ex-FDP-Entwicklungsminister Dirk Niebel zu Rheinmetall. Bei Merz aber läuft es umgekehrt: Er könnte bei der Bundestagswahl von Posten in der Industrie zum Regierungschef werden.

Der Politikwissenschaftler und Lobbyismusexperte von der Universität Duisburg-Essen, Maximilian Schiffers, sieht einen schwierigen Rollenwechsel für Merz. «Als Unternehmensanwalt muss er den Gewinn maximieren und Einzelinteressen vertreten - als Kanzler das Gemeinwohl im Blick haben.» Schon der Anschein, persönliche Vorlieben und Kontakte könnten ihn beeinflussen, könnte ihm politisch schaden. Immerhin arbeitete er 16 Jahre als Anwalt für Grosskonzerne und sass in mindestens 15 Aufsichts- und Verwaltungsräten. «Seine Biografie bietet eine Angriffsfläche», so Schiffers.

Die wortgleichen Forderungen von CDU und Chemiebranche

Insbesondere gilt dies für die Chemiebranche. Bei heiklen Konflikten zieht BASF die Anwälte der Firma Mayer Brown hinzu: Die Kanzlei verhandelte vor dem US-Supreme Court einen der weltgrössten Handelsstreits über Preisabsprachen bei Vitaminpräparaten. Ebenso verteidigte sie BASFs milliardenschwere Lizenzen für ein sibirisches Ölfeld. Mittlerweile ist der Ludwigshafener Chemieriese selbst in Gremien der Kanzlei vertreten.

Merz müsste also als Kanzler seinen früheren Auftraggeber BASF kontrollieren und gegebenenfalls einschränken - schliesslich geht es um eine Branche mit oft umwelt- und gesundheitsschädlichen Produkten wie Pestiziden, Plastik und PVC. Zudem nutzt BASF in Deutschland mehr Wasser als alle anderen Industrien - ein politisch brisantes Thema, wenn in Dürrezeiten über Wasserlimits für die Industrie diskutiert wird. Auch hierzu antwortet Merz auf Anfrage von Correctiv nicht.

Wenn er sich öffentlich zur Wirtschaftspolitik äussert, klingen seine Worte in vielen Fällen wie vom Chemieverband VCI vorformuliert: Der Ruf nach einem «Belastungsmoratorium» für Unternehmen, der Kampf gegen das «Bürokratiemonster» und ein Abbau der «Berichtspflichten» für die Wirtschaft - Merz und seine frühere Arbeitgeberin, die chemische Industrie, stimmen erstaunlich oft überein, sogar in der exakten Wortwahl.

CDU will Abkehr vom Verbrenner-Aus - wie die Metallindustrie

Im kürzlich beschlossenen CDU- Wirtschaftsprogramm kündigt die Partei Widerstand gegen strenge Regeln für Unternehmen an: «Wir werden bei allen grossen EU-Regulierungen für eine maximal pragmatische Weiterentwicklung eintreten.» Dies wird besonders die Regulierung von Chemikalien betreffen: Die Verordnung REACH regelt den Gebrauch von Chemikalien und soll Mensch und Umwelt schützen. Ihre verschärfte Neufassung wurde verschoben, nun soll sie bald verabschiedet werden. Die EU-CDU fordert, REACH aufzuschieben und «keine Stoffe zu verbieten, die wir dringend benötigen».

Auch ein Vergleich mit den Positionen der Metallbranche zeigt auffällige Parallelen: Das Wirtschaftsprogramm, mit dem Merz in den Wahlkampf zieht, trägt den Titel «Agenda 2030». Gesamtmetall-Chef Stefan Wolf forderte Ende 2024 im Interview mit der Funke-Mediengruppe eine «Agenda 2040» - und sagte auch, was er darunter versteht: ein «flexibleres» Arbeitszeitgesetz, weil es nötig sei, «mehr zu arbeiten», eine «vernünftige Energiepolitik», sprich günstiger Strom dank Wiedereinstieg in die Atomenergie, eine Deckelung der Sozialabgaben bei 40 Prozent und das Ende des geplanten Verbrenner-Verbots.

«Ich finde, dass wir länger arbeiten müssen und es auch Menschen attraktiv machen sollten, freiwillig länger zu arbeiten», sagt Gesamtmetall-Chef Wolf mit Blick auf Rentner. Das entspricht der von der CDU geplanten «Aktivrente», die es Rentnern ermöglicht, bis zu einem Verdienst von 2.000 Euro steuerfrei weiterzuarbeiten.

Auch alle anderen finden sich im CDU-Wahlprogramm - die Partei will das Verbrenner-Aus rückgängig machen, Steuern senken, die Sozialversicherungsbeiträge «auf die 40-Prozent-Marke hinbewegen» und Anreize, um «freiwillige Mehrarbeit», also Überstunden, «attraktiver» zu machen.

Was ist ein Interessenkonflikt?

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) definiert einen Interessenkonflikt so: «Ein Interessenkonflikt ist ein Konflikt zwischen den Amtsinteressen und den Privatinteressen.» Es könnte also einer vorliegen, wenn Merz als Bundeskanzler nicht im Sinne des Volkes, sondern im Sinne seiner zahlreichen früheren Arbeitgeber Gesetze verabschiedet. Ausdrücklich sind nicht nur finanzielle Interessen gemeint: Ein Interessenkonflikt kann auch in Folge legitimer privater Aktivitäten, persönlicher Beziehungen und Verbindungen entstehen, wenn diese den öffentlichen Amtsträger in seinen Entscheidungen «ungebührlich beeinflussen» könnten. Die OECD erklärt auch, warum Interessenkonflikte demokratische Regierungen schwächen: Sie untergraben die Unvoreingenommenheit und Gerechtigkeit von Entscheidungen.

Die grössten Spender der CDU

Bemerkenswert ist: Die drei ehemaligen privatwirtschaftlichen Auftraggeber von Friedrich Merz - chemische Industrie, Finanzbranche und Metallindustrie - zählen zu den grössten Spendern der CDU. Die Partei erhielt in diesem Wahlkampf bislang mehr als fünf Millionen Euro von Unternehmen und ihren Verbänden, deutlich mehr als die anderen Parteien.

Merz wurde selbst mit Posten und Aufträgen dieser Branchen reich. In einem Fall kassierte er 5000 Euro pro Tag - das deckte der Stern 2011 auf: Ab Sommer 2010 sollte Merz als Mayer-Brown-Anwalt einen Käufer für die marode nordrhein-westfälische Landesbank WestLB finden - was ihm trotz dieser Vergütung letztlich nicht gelang. Die Höhe seiner Honorare, so John Schmitz heute, erkläre sich durch die Grösse der Mandanten. «Als Top-Jurist bekam er eine der höchsten Gehälter der Branche», sagt sein früherer Partner.

Merz als Kanzler - wer wird ihn beeinflussen?

Seit dem Aufstieg von Friedrich Merz an die Spitze der CDU gewinnen in der Partei unternehmensnahe Kreise an Einfluss: «Von allen Kanzlerkandidaten, die Deutschland je hatte, ist er derjenige, der am stärksten durch neoliberale Vorstellungen geprägt ist», sagt der Politikwissenschaftler Thomas Biebricher von der Frankfurter Goethe-Universität. Ein Konzept, das Grosskonzernen entgegenkommt: Sie profitieren von niedrigen Steuern und lockeren Regeln für Umwelt- und Gesundheitsschutz.

Innerhalb der CDU profitiert von der Kräfteverschiebung die Wirtschafts- und Mittelstandsunion (MIT), die Unternehmer, Manager und Selbstständige in der CDU vertritt. Auch wirtschaftsnahe Lobby-Organisationen im Umfeld der Partei sind eng mit der CDU-Führung verschränkt - etwa der Wirtschaftsrat der CDU, trotz des Namens kein Parteigremium, sondern ein Lobbyverband mit sehr guten Drähten in die CDU.

Die Organisation Lobbycontrol beschäftigt sich seit Jahren mit den Lobby-Netzwerken um Merz und kritisiert die unklare Rolle des Wirtschaftsrats scharf: Der Verband diene Merz «als Machtbasis», sagt Christina Deckwirth von Lobbycontrol: «Von hier bekommt er Unterstützung und Rückendeckung und kann sich als Mann der Wirtschaft feiern.»

Als Lobbyverband unterstehe der Wirtschaftsrat nicht den Transparenzpflichten des Parteiengesetzes und könne «dennoch die CDU und insbesondere Merz und den Wirtschaftsflügel der Partei unterstützen», sagt die Expertin. Merz selbst amtierte im CDU-Wirtschaftsrat jahrelang als Vizepräsident - und verliess den Posten erst kurz vor seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden. Ebenfalls oft gesehener Gast bei dem Verband ist Carsten Linnemann, seit Sommer 2023 Generalsekretär der CDU. Er gilt als wichtigster Mann an der Seite des CDU-Chefs, bestens vernetzt - und politisch als Merz' Ebenbild.

Lobbyisten mit Hang zu scharfen Parolen scharen sich um Merz

Merz umgibt ein spezieller Kreis marktliberaler Lobbyisten, provokativ, fordernd, mit Hang zu scharfen Parolen. Eine zentrale Rolle in dem Geflecht spielt Thorsten Alsleben. Linnemann und Alsleben kennen sich schon lange; der CDU-Generalsekretär war acht Jahre lang Vorsitzender der Mittelstandsunion - und setzte dort seinen Parteifreund Alsleben als Geschäftsführer ein.

Einflussgruppen um Friedrich Merz © correctiv

Heute leitet Alsleben die Initiative neue soziale Marktwirtschaft (INSM), eine Lobby-Organisation, die von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanziert wird. 2023 erhielt die Initiative laut Lobbyregister des Bundestags rund 5,7 Millionen Euro vom Verband Gesamtmetall. «Alsleben ist wichtig, weil er nah an Linnemann ist, und Linnemann ist jetzt Merz in vielen Punkten sehr ähnlich», sagt ein gut vernetzter CDU-Insider, «diese Verbindung wird weiter eine grosse Rolle spielen».

Auch bleibt Linnemann über sein Netzwerk eng mit den Lobbyverbänden verbunden: Sein ehemaliger wirtschaftspolitischer Referent wechselte kürzlich als Chefsvolkswirt zur INSM.

Auch mit finanzieller Unterstützung mischt die Initiative bei der CDU kräftig mit. Auf deren jüngstem Parteitag prangte sogar das hellrote INSM-Logo auf Eintrittskarten und Halsbändern. Auf Correctiv-Anfrage teilt Alsleben mit, die INSM leiste keine Spenden, sondern konzentriere sich auf «Sponsoring von Veranstaltungen», die Summen blieben hierbei pro Mal «im Regelfall im vierstelligen, sehr selten im untersten fünfstelligen Bereich».

Die Lobby-Expertin Christina Deckwirth von Lobbycontrol weist darauf hin, dass es eine «Arbeitsteilung» zwischen den Verbänden und der INSM gibt, beides greife ineinander: «Die einen sponsern den Parteitag, die anderen finanzieren die Parteien direkt mit», sagt sie gegenüber Correctiv: «Das verzerrt den Wahlkampf und zeigt noch einmal mehr, wie dringend es in Deutschland endlich einen Parteispendendeckel braucht.»

Der Staat soll sich aus der Wirtschaft möglichst raushalten

Friedrich Merz ist der marktliberalen Initiative seit Jahren persönlich verbunden: Er gehörte 2006 zu den Gründungsmitgliedern eines inzwischen aufgelösten Fördervereins der INSM - dessen primäre Aufgabe war nach Einschätzung von Lobbycontrol die Gründung der INSM. Im Grunde verfolgt Merz noch heute sehr ähnliche Ziele wie sie - weniger Bürokratie, anders gesagt: weniger Regeln und Kontrollen für die Wirtschaft. Die INSM tritt dafür ein, dass der Staat möglichst wenig entscheiden soll und der «Markt» möglichst viel, sie kämpft gegen Steuern und Abgaben für Unternehmen und fordert Einschnitte bei Sozialleistungen.

Für den Lobbystrategen Alsleben ist Merz offenbar ein Hoffnungsträger, er trommelte schon in der Mittelstandsunion für ihn als CDU-Vorsitzenden. In einem Interview sagte er: «Es war ein wichtiges Ziel der MIT, für das ich mich mit Überzeugung und Herzblut eingesetzt habe, dass Friedrich Merz Parteichef wird.»

Mitten im Wahlkampf ruft Alsleben mit der INSM für heute Mittwoch 29.1.25 in alarmistischen Tönen zum « Wirtschaftswarntag » am Brandenburger Tor auf, einer Demonstration von Unternehmern für eine andere Wirtschaftspolitik, die Forderungen lesen sich wie eine Synopsis von Merz' Wirtschaftsprogramm: Weniger Bürokratie, weniger Steuern, ein flexibleres Arbeitsrecht. Ziel ist, steht es auf der Website der Aktion, «alle aufzurütteln, dass der Fokus des Wahlkampfs» und der Regierungsbildung sich auf eine Politik richte, «die Deutschland zu wirtschaftlicher Stärke zurückführt».

« Bild» titelte: «Bosse planen Mega-Aufstand»

Ist der Protest als Wahlkampf-Hilfe für Merz zu verstehen? Ein Sprecher der INSM weist dies auf Correctiv-Anfrage zurück. Es handele sich um eine «parteipolitisch unabhängige Aktion der Wirtschaft». Aber in der «Bild » wurde die Aktion mit schrillen Parolen angekündigt - unter anderem lanciert von der INSM und dem ebenfalls Merz unterstützenden «Verband der Familienunternehmer», trotz des Namens ein Lobbyverband globaler Konzerne. «Bosse planen Mega-Aufstand gegen Habeck und Scholz.»

Thorsten Alsleben gilt als polternder Lobbyist, der auf sozialen Netzwerken schon mal ausfällig wird: Auf X beschimpfte er eine Berliner Grüne als «kinderlose Ökosozialistin», von der er sich sein Auto «nicht nehmen» lasse. Eine Weile schrieb er eine Kolumne in dem Magazin «Idae », das sich selbst als «fröhlich evangelikal» bezeichnet und forderte christliche Missionierungen in Vorstandsetagen: «Wir brauchen eine Evangelisierung des Top-Managements.»

Eine CDU-Führungsperson, die anonym bleiben möchte, nennt Alsleben einen «gefährlichen Brandstifter». Mehrere parteiinterne Kritiker, mit denen Correctiv sprach, fühlten sich von dem Lobbyisten eingeschüchtert und infolge missliebiger Äusserungen rüde angegangen. Ein Mitglied sagt: «Wenn der Name fällt, schrecken viele in der CDU zusammen.»

Alsleben schreibt dazu, er kenne niemanden, der ihn so bezeichne. Auf «anonyme unbestimmte Angriffe» könne er nicht reagieren. «Aber es herrscht Meinungsfreiheit. Das gilt auch für Leute, die mich und meine Einstellung ablehnen.»

Merz' Arbeit für eine der «aggressivsten Anwaltskanzleien in Brüssel»

Auch Merz' langjähriger Arbeitgeber Mayer Brown ist dafür bekannt, vergleichsweise rabiat vorzugehen. Insbesondere in Brüssel, wo entscheidende Gesetze und Schutzregeln für die Chemieindustrie entstehen. Und Merz diente als ihr Ankerpunkt in Deutschland. Um «effizient zu arbeiten», so erzählt es sein früherer Kollege Schmitz, mietete Merz ein Loft in der obersten Etage des Kanzleigebäudes am Potsdamer Platz an.

In Brüssel hat die Anwaltskanzlei mitunter einen zweifelhaften Ruf. «Mayer Brown gehört zu den aggressivsten Kanzleien in Brüssel», so die Einschätzung des Lobby-Experten Kenneth Haar von der Organisation Corporate European Observatory. Die Kanzlei werbe gezielt grosse Chemiekonzerne an, um strengere Gesetze in der EU zu verhindern. So stoppte Mayer Brown 2022 in letzter Minute vor dem Gericht der Europäischen Union ein Verbot von Titandioxid in Produkten wie Spielzeug oder Sonnencreme. Das weisse Pigment ist in Lebensmitteln inzwischen verboten.

Ein prominenter Produzent von Titandioxid: BASF. Ein weiterer Fall, der sich über Jahre erstreckte - auch während Merz' Amtszeit bei Mayer Brown: Die Kanzlei erzielte einen elf Milliarden Euro schweren Vergleich für BASF und weitere Chemiekonzerne, die das Trinkwasser tausender amerikanischer Versorger mit PFAS-Substanzen verunreinigt hatten.

Wenig Interesse an Transparenz und Aufklärung

Derzeit versucht Mayer Brown, in Brüssel ein Verbot der Substanzen zu verhindern: Die Juristen erklärten schon früh ein mögliches Gesetz als «drakonisch». In Merz' Amtszeit als möglicher Bundeskanzler könnte er in Brüssel seinen früheren Kollegen und Mandanten gegenüberstehen, um über den Umgang mit den «ewigen Giften» zu entscheiden.

Nach Recherchen der ARD, SZ und dem NDR führt BASF die Lobbykampagne gegen ein Verbot in Brüssel an. «Falls ein früherer Top-Anwalt als Kanzler über seine ehemaligen Mandanten entscheidet, entsteht klar ein Interessenkonflikt», sagt Lobbyexperte Haar. Und die möglichen Streitthemen sind zahlreich: In den kommenden Jahren werden über die REACH-Richtlinie weitreichende Gesetze zur Chemieindustrie verhandelt, etwa zu den Giftstoffen PVC und Bisphenole und ihre Wirkung auf die Gesundheit.

Daher ist es wichtig zu klären, wen genau Merz beraten hat. BASF zählte nach Correctiv-Recherchen zu den wichtigsten Kunden. Womit befasste sich Merz während seiner Zeit bei Mayer Brown? Der Kanzlerkandidat schweigt auf die Anfrage von Correctiv. Das spricht nicht gerade für ein grosses Interesse an Transparenz und Aufklärung. Bereits 2006 klagte er als Bundestagsabgeordneter dagegen, seine Nebeneinkünfte offenlegen zu müssen - erfolglos.

Politikwissenschaftler Schiffers sieht darin eine Steilvorlage für die Opposition. Schliesslich reiche schon der Anschein einer nicht neutralen Entscheidung dazu, Kritik hervorzurufen. «Sie könnte nach heiklen politischen Entscheidungen, etwa einer weiteren Zulassung von Giftstoffen, einen Untersuchungsausschuss einberufen und fragen: Hat Friedrich Merz ideologiefrei entschieden?»

Frühere Einkommensquellen von Friedrich Merz © correctiv

Gleichzeitig in mehr als ein Dutzend Aufsichtsräten und Vorständen

Als Merz 2005 bei Mayer Brown einstieg, war er gerade aus der CDU-Bundestagsfraktion ausgeschieden. Solche Top-Kanzleien fungieren wie ein Sprungbrett für lukrative Positionen bei Grosskonzernen: Gleichzeitig sass er in den Aufsichts- und Verwaltungsräten von AXA Konzern AG, DBV-Winterthur Holding AG, Deutsche Börse AG, IVG Immobilien AG, WEPA Industrieholding, Stadler Rail AG und HSBC Trinkaus & Burkhardt AG - und wie erwähnt bei BASF Antwerpen.

Bis 2020 war er zudem Vorstand von «United Europe», einem Lobbyverband, der ein «wettbewerbsfähiges Europa» anstrebt. Im Vorstand und unter den Mitgliedern finden sich vorwiegend Industrievertreter, etwa der Öl-Multi Saudi-Aramco, Meta (früher Facebook), Siemens, Eon - und BASF.

«Ein Kanzlerkandidat ohne Regierungserfahrung, aber mit viel Lobbyerfahrung - das ist wirklich neu», sagt Gerhard Schick, früherer grüner Finanzpolitiker und heute Vorstand des Vereins «Bürgerbewegung Finanzwende». Was Merz in den Aufsichtsräten tatsächlich gemacht habe, liesse sich nicht nachweisen - diese Gremien sind notorisch intransparent.

Auch beunruhige ihn, dass Merz in den vergangenen Jahrzehnten in keinem grundsätzlichen Punkt seine Meinung geändert habe - obwohl er jeweils andere Seiten vertrat: «Wer einen so wichtigen Rollenwechsel vornimmt, hätte sich an der einen oder anderen Stelle mal korrigieren müssen. Aber wir sehen an keinem Punkt eine Neujustierung bei seinem Wandel vom Blackrock-Chef zum CDU-Chef und Kanzlerkandidaten.»

Merz und Cum-Ex

Auch Merz' Rolle im Cum-Ex-Skandal wirft bis heute Zweifel auf. Er war für drei Finanz-Unternehmen tätig, die in den wohl grössten Steuerbetrug aller Zeiten verstrickt gewesen sein sollen: Cum-Ex ist eine kriminelle Methode, mit der sich Banken und Finanzmarkt-Akteure Steuergelder erstatten liessen, die sie zuvor gar nicht gezahlt hatten - dem Staat gingen dabei rund zehn Milliarden Euro verloren. Bei Bankern von HSBC Trinkaus & Burkhardt gab es im Zusammenhang mit Cum-Ex Durchsuchungen. Merz sass dort dem Beirat vor, beim deutschen Ableger von Blackrock, wo es wegen Cum-Ex ebenfalls zu Razzien kam, war er Aufsichtsratschef. Blackrock dementiert eine Beteiligung an den Deals. Auch bei Mayer Brown beschäftigte man sich mit dem Thema Cum-Ex: Die Kanzlei bot ein Webinar für Kunden an, die vielleicht mit den betrügerischen Geschäften zu tun hatten: «Cum-Ex-Deals: Wie man rechtliche und Reputations-Risiken ermittelt und ihnen begegnet» lautete der Titel.

Merz ist schon mehrfach gefragt worden, wie er sich damals zu Cum-Ex-Deals verhalten hat: Waren diese Geschäfte Thema in den Unternehmen? Wurde in den Aufsichtsräten, denen er angehörte, das Für und Wider erörtert? Hat er vor dieser Art des Steuerbetrugs gewarnt? 2018 sagte er der Süddeutschen Zeitung, er halte Cum-Ex-Deals für «unmoralisch», mit Blick auf Blackrock teilte er mit, er sehe «keinerlei Konfliktlage».

Eine klarere Antwort gibt er nicht, auch zu konkreten Details lässt er Fragen offen. Das heisst nicht, dass Merz in Cum-Ex-Geschäfte verstrickt war, sagt Gerhard Schick von der Bürgerinitiative Finanzwende. «Aber eines macht misstrauisch: Merz vermeidet jegliche Auskunft über seine mögliche Rolle. Er ist da nicht besser als der Kanzler mit seinen Erinnerungslücken.» Die Frage sei also, wie es mit der Cum-Ex-Aufklärung weitergehen wird, wenn Merz Bundeskanzler wird.

Im Kreis der Berater um Merz lassen sich personelle Verbindungen teilweise jahrzehntelang zurückverfolgen: Der Politikwissenschaftler Thomas Eilfort zum Beispiel leitete Anfang der 2000er das Büro des damaligen CDU-Fraktionschefs Friedrich Merz. Dann wechselte Merz in die Wirtschaft, zu Mayer Brown, und Eilfort in den Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft, einem als neoliberalen Thinktank, den er bis heute führt. Die Stiftung Marktwirtschaft stellt sich offensiv gegen «staatliche Bevormundung», fordert möglichst wenig Einschränkungen für den Markt und kritisiert die Wirtschaftspolitik der Ampel-Koalition immer wieder scharf.

Noch heute zählt Eilfort hinter den Kulissen zu Merz' wichtigen Einflüsterern. Und seine Ehefrau, Barbara Götze, leitet nun Merz' Büro. Eilfort und sein Kollege im Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft, Bernd Raffelhüschen, tauchten auch als «Botschafter» der Initiative neue soziale Marktwirtschaft (INSM) auf, die hinter dem «Wirtschaftswarntag» steht.

Merz selbst hat ebenfalls enge Verbindungen zur Stiftung Marktwirtschaft, er war schon vor gut 20 Jahren Teil ihrer «Kommission Steuergesetzbuch». Dort wurde 2005 ein umfassendes Steuerkonzept als Grundlage für die Bundesregierung erarbeitet. Friedrich Merz wirkte laut Presseberichten daran mit und reichte das rund 600 Seiten starke Kompendium dann aus dem Lobbythinktank als Grundlage für neue Gesetze weiter in die Politik.

«Die Partei verliert ihre Seele und baut ihr Wertesystem ab»

Wirtschaftsfreundlich und konservativ war die CDU schon immer. Aber es gab auch immer starke andere Strömungen, den Arbeitnehmerflügel, sozialliberale Stimmen. Nun scheint das Gleichgewicht der Kräfte innerhalb der Partei zunichtegemacht. Eine junge, meist männliche und marktliberale Garde strebt nach oben. Auch rechtskonservative Stimmen aus der Vergangenheit mischen wieder mit.

Ein Beispiel: Roland Koch, Ex-Landes-Chef der CDU-Hessen, gilt als Merz-Berater im Hintergrund. «Ein grosses Problem ist, dass viele Posten jetzt mit Mitgliedern der Mittelstand- und Wirtschaftsunion besetzt werden», sagt ein Kommunalpolitiker, der selbst einem örtlichen Verband der Wirtschaftsunion angehört. Aber den einseitigen Kurs der CDU sieht er als Risiko für die Partei: «Da wird die Wirklichkeit nicht mehr abgebildet.»

Gerade Parteimitglieder, die sich als Christdemokraten alter Schule verstehen, machen sich Sorgen. «Das hat kaum noch etwas mit dem christlichen Konservatismus zu tun, hinter dem ich stehe», sagt Andreas Püttmann, Politikwissenschaftler, gläubiger Katholik, eng mit der CDU verwurzelt. Ausgetreten ist er schon 2009, unter Angela Merkel, aber die wirkliche Entfremdung, sagt er, die passiere jetzt gerade: «Die Partei verliert ihre Seele, baut ihr Wertesystem ab und wird zum konservativ-wirtschaftsliberalen Tory-Projekt.»

Top-Manager und Grossunternehmer applaudieren Merz

Als Merz für den CDU-Vorsitz kandidierte, stellten sich viele Grossunternehmer und Top-Manager hinter ihn: Zu seinen Unterstützern zählten etwa der Tunnelbauer Martin Herrenknecht, der Kampagnen gegen Windräder finanziert, oder der Trigema-Chef Wolfgang Grupp. Auch auf Rückhalt bei Gesamtmetall-Chefs Stefan Wolf kann Merz sich verlassen; in einem Statement gratulierte er Merz zu seiner Wahl als CDU-Vorsitzender.

Man kann Merz seine früheren Aufsichtsratsmandate nicht vorwerfen. Aber wenn sich daraus Interessenkonflikte ergeben, bedrohen diese Verflechtungen die Demokratie. Der Gesamtmetall-Verband vertritt die Interessen der Autoindustrie. Wie bei BASF bahnen sich hier Konflikte zwischen Merz' Nähe zur Autoindustrie und anderen politischen Zielen an, wie etwa klimafreundliche, bezahlbare Autos oder Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.

Ein zentraler Punkt für Lobbyisten wie Thorsten Alsleben und auch für die CDU unter Merz ist aktuell das Thema Bürokratieabbau: Das klingt, als müsste ein veralteter Staat entschlackt und sinnlose komplizierte Regelungen abgeschafft werden. Das mag zum Teil auch zutreffen. Allerdings verbergen sich hinter dem Begriff bei den Kampagnen der Lobbyisten auch Gesetze, die Umweltstandards und Menschenrechte sichern und Korruption bekämpfen sollen, etwa das Lieferkettengesetz.

Es gibt Fotos, die zeigen, wie Friedrich Merz und die frühere CDU-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner bei einer PR-Aktion der INSM auf dem CDU-Parteitag offenbar symbolisch das Lieferkettengesetz schreddern wollen. Alle drei stehen nebeneinander, lächeln in die Kamera, Schulter an Schulter.

Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine. Die Autorinnen sind Redakteurinnen des Recherchezentrums Correctiv. Die Redaktion finanziert sich über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Wenn Sie Correctiv unterstützen möchten, werden Sie Fördermitglied. Informationen finden Sie unter correctiv.org.
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Mathe hat bei einigen Schülern einen schlechten Ruf. Deshalb hat sich die Universität Duisburg-Essen einen Förderkreis für Grundschulkinder unter dem Namen „Mathe für schlaue Füchse“ ins Leben gerufen. Das Angebot richtet sich an Mädchen und Jungen der 3., 4. und 5. Jahrgangsstufe, die sich besonders für Mathematik interessieren, gerne an Problemen tüfteln und Zahlen und Formen lieben.

lokalkompass.de am 29.01.2025

Nachmittag der offenen Tür & Konzert zum Start ins Schlangenjahr

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Foto: Konfuzius/Institut & Thames Spring Tide Ensemble hochgeladen von Konfuzius-Institut Metropole Ruhr e.V.

新年快乐 - Xīnnián kuàilè - frohes neues Jahr! Das Jahr 2025 steht im Tierkreiszeichen der Schlange und das neue Jahr beginnt nach dem traditionellen chinesischen Mondkalender am 29. Januar 2025. In China und vielen asiatischen Ländern ist das die Zeit für Reisen und Familientreffen. In Duisburg haben Feierlichkeiten zu diesem Anlass bereits Tradition und das Team des Konfuzius-Instituts hat wieder ein vielseitiges Kulturprogramm zusammengestellt.

"Wir begrüßen das Schlangenjahr hier in Duisburg mit einem Fest am Nachmittag für Groß und Klein und mit einem Abendkonzert," erklärt Susanne Löhr, Geschäftsführerin am Konfuzius-Institut. "Da ist für alle was dabei."

"Zu unserem Frühlingsfest kommen Gäste aus der chinesischen Community und Gäste, die sich für China und chinesische Kultur interessieren," sagt Dr. Zhang Mingyao, Ko-Direktor des Konfuzius-Instituts. "Bei uns ist Raum für Begegnung und man kann zusammen was erleben."

Beim Nachmittag der offenen Tür am Samstag, den 01.02.2025 von 14 bis 17 Uhr im Konfuzius-Institut haben die Gäste die Chance, mehr über die Neujahrstraditionen im Reich der Mitte zu erfahren. Highlights des Nachmittags sind Löwentanz und Kampfkunstdarbietungen, die jede halbe Stunde stattfinden. Es gibt Bastelangebote, Brettspiel Go, Guzheng-Klänge, Tee, Chinesisch zum Reinschnuppern und vieles mehr. Eine neue Ausstellung mit Tuschemalereien wird auch präsentiert. Die Künstlerin Shaoting Chi ist anwesend und gibt bei Interesse gern einen Einblick. Weiterführende Informationen zum Ablauf und Programm gibt es auf der Webseite des Konfuzius-Institut www.konfuzius-institut-ruhr.de.

Ein Konzert im Zeichen der Schlange findet am Freitag, den 21.02.2025 in der Konzertsaal Folkwang Universität der Künste in Duisburg statt. Mit klassischen chinesischen Klängen, Gesang und Tanz begrüßen wir das Jahr der Schlange: Am 21. Februar bringen wir das Thames Spring Tide Ensemble | 泰晤士春潮乐团 nach Duisburg. Die sieben chinesischen Musikerinnen und Musiker aus dem Vereinten Königreich bringen traditionelle chinesische Instrumente auf die Bühne. Sie spielen bekannte Klassiker und moderne Stücke. Der Vorverkauf hat begonnen. Tickets können online gebucht oder vormittags telefonisch reserviert werden. Restkarten gibt es nach Verfügbarkeit an der Abendkasse (Barzahlung).

Weiterführende Informationen gibt es auf www.konfuzius-institut-ruhr.de.

Über das Konfuzius-Institut Metropole Ruhr e.V.
Das Konfuzius-Institut Metropole Ruhr e.V. ist ein gemeinsames Projekt der Universität Duisburg-Essen und der Universität Wuhan. Es fördert den kulturellen Austausch zwischen China und dem Ruhrgebiet mit Sprachkursen, Infoveranstaltungen, Vorträgen und Dialogen. Auf dem Programm stehen die Themen Sprache, Kultur, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft Chinas. Das Angebot des Konfuzius-Instituts Metropole Ruhr richtet sich an Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie Führungskräfte und alle China-Interessierten in der Metropolregion Ruhr. www.konfuzius-institut-ruhr.de

Nachrichten AG online am 29.01.2025

Lena Lemke wird erste studentische Prorektorin der Universität Rostock!

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Am 29. Januar 2025 fand eine bedeutende Sitzung des Konzils der Universität Rostock statt, bei der Lena Lemke zur neuen studentischen Prorektorin gewählt wurde. Die 24-jährige Studentin des gymnasialen Lehramts mit den Fächern Geschichte, Sozialkunde und Beifach Englisch wird ihr Amt am 14. April 2025 antreten und hat eine Amtsdauer von einem Jahr. Ihr Engagement in der Hochschulpolitik umfasst unter anderem die Position der Geschäftsführerin des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) von Juli 2023 bis Januar 2025, wo sie bereits umfassende Erfahrungen sammeln konnte. Außerdem hat sie sich in verschiedenen kleineren Ämtern engagiert.

Ein zentrales Anliegen der neuen Prorektorin ist es, die Zusammenarbeit zwischen Universitätsgremien und der Studierendenschaft zu fördern. Lena Lemke plant, die Sichtbarkeit der Arbeiten der Studierenden zu stärken und dabei besondere Schwerpunkte auf Antidiskriminierung, Gleichstellung und Studierendenmarketing zu legen. Professorin Elizabeth Prommer, die Rektorin der Universität Rostock, gratulierte Lemke zur Wahl und äußerte ihre Vorfreude auf die Ideen und Initiativen der neuen Prorektorin.

Nachhaltige Gleichstellungspolitik an Hochschulen

Die Gleichstellungspolitik an Hochschulen steht im Fokus diverser wissenschaftlicher Diskussionen. Laut der Rezension von Ute Klammer und anderen zu "Gleichstellungspolitik an Hochschulen" wird hervorgehoben, dass Professor*innen als zentrale Gleichstellungsakteur*innen fungieren. Sie gelten dabei als "Gatekeeper" mit weitreichenden Entscheidungsbefugnissen. Diese Rolle ist besonders bedeutend, da die Gleichstellungspolitik einen doppelten Paradigmenwechsel durchläuft, sowohl inhaltlich als auch steuerungspolitisch.

Ein Beispiel für erfolgreiche Gleichstellungspolitik sind die Strategien der brandenburgischen Hochschulen, die auf die Herausforderungen der modernen Hochschulbildung reagieren. Der Gender-Report 2019 thematisiert die Geschlechter(un)gerechtigkeit an nordrhein-westfälischen Hochschulen und hebt insbesondere den Gender Pay Gap sowie Entgeltungleichheiten bei Mitarbeitenden hervor.

Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen

Um potenzielle Barrieren für die Gleichstellung zu identifizieren und zu überwinden, werden in verschiedenen Workshops und Fachveranstaltungen Aspekte wie Antidiskriminierung und die Gleichstellungspolitiken thematisiert. Professorin Ulrike Lembke nahm an einem Workshop zu Gleichstellungsrecht und Gleichstellungspolitiken in Osnabrück teil, der am 28. Januar 2025 stattfand. Auch andere Veranstaltungen beschäftigen sich intensiv mit Genderfragen und tragen zur fortlaufenden Diskussion über Geschlechtergerechtigkeit an Hochschulen bei.

Die Herausforderungen, vor denen Hochschulen im Kontext der Gleichstellungspolitik stehen, sind unterschiedlich. Sie reichen von der veralteten Wahrnehmung von Geschlechterrollen bis hin zu strukturellen Ungerechtigkeiten im Hochschulsystem. Die Forschung und der Austausch über Gleichstellungspolitiken bilden die Grundlage für eine nachhaltige Verbesserung dieser Herausforderungen in der akademischen Welt.

Insgesamt zeigt sich, dass die Wahl von Lena Lemke zur studentischen Prorektorin nicht nur einen Neuanfang für die Studierendenschaft an der Universität Rostock darstellt, sondern auch ein Teil eines größeren Dialoges über Gleichstellung und Antidiskriminierung an Hochschulen ist, der durch verschiedene Akteure auf nationaler Ebene weiterhin gefördert wird.

Für weiterführende Informationen über die Entwicklungen an der Universität Rostock und die Gleichstellungspolitik in Hochschulen, siehe die Berichte von Universität Rostock, Humboldt-Universität zu Berlin und Academia.edu.

trailer-ruhrgebiet Online am 30.01.2025

Ab auf die Insel

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Thea Mengeler

Foto (Ausschnitt): Caroline Drechsel

30. Januar 2025

Doppellesung am Essener KWI

Die Doppellesung "Insel(über)tourismus" widmet sich der literarischen Auseinandersetzung mit Tourismus und Übertourismus auf Inseln. Sie analysiert die negativen Auswirkungen des ständigen Tourismus anhand der 2024 veröffentlichten Werke "Leute von früher" von Kristin Höller und "Nach den Fähren" von Thea Mengeler. Höller (geb. 1996) thematisiert nostalgische Inszenierungen des Insellebens, während Mengeler (geb. 1988) das Leben auf einer verlassenen Insel aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Die Lesung stellt Fragen zu den Folgen des Tourismus und fragt, wie ein sanfterer Umgang mit den Ressourcen unserer Inseln aussehen könnte. Die Veranstaltung des KWI Essen findet im Rahmen des Jahresthemas 2024/25 "Guilty Pleasures" statt und wird von Laura M. Reiling moderiert.

Thea Mengeler und Kristin Höller: Insel(über)tourismus | Mi, 5.2. 18 Uhr | KWI, Essen: Gartensaal

Elvira Wrosch

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